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Kim Jong-un übt sich in Kriegsrhetorik

Nordkoreas junger Machthaber besuchte die entmilitarisierte Zone zu Südkorea. Seine Wortwahl vor Ort verheisst nichts Gutes.

Bei einem Besuch in der entmilitarisierten Zone zu Südkorea hat Nordkoreas neuer Machthaber Kim Jong-un seine Streitkräfte entlang der Grenze zu höchster Alarmbereitschaft aufgerufen. Sie seien «immer mit den Feinden konfrontiert», erklärte Kim in Panmunjom nach einem Bericht der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vom Sonntag. Es war, soweit bekannt, der erste Besuch Kims in die entmilitarisierte Zone seit dem Tod seines Vaters Kim Jong-il im Dezember.

Angesichts eines gemeinsamen Truppenmanövers von Südkorea und den USA gingen am Sonntag in Pyongyang zehntausende Nordkoreaner auf die Strasse und schworen den Sturz des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak. Mit kriegerischer Rhetorik drohte Militärchef Ri Yong Ho dem staatlichen Fernsehen zufolge, die Streitkräfte würden die «südkoreanischen Verräter wegfegen».

Verhandlungen mit den USA in der kommenden Woche

Washington und Seoul haben das Manöver als Routineübung bezeichnet. Das Oberkommando der nordkoreanischen Streitkräfte hatte bereits am Freitag als Reaktion einen «heiligen Krieg» angedroht. Mit der scharfen Rhetorik könnte Kim nach Ansicht von Beobachtern seine Glaubwürdigkeit als starker militärischer Führer unterstreichen wollen, nachdem er sich gegenüber den USA in einer diplomatischen Rolle profilierte: Vor wenigen Tagen hat Pyongyang zugesagt, die Urananreicherung einzustellen, auf Atomtests zu verzichten und wieder Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land zu lassen. Nordkorea soll dafür US-Lebensmittelhilfen erhalten.

Nach der Annäherung wollen Vertreter aus den USA und Nordkorea kommende Woche in Peking über Details der Lebensmittelhilfe beraten. Dies teilte das US-Aussenministerium am Freitag in Washington mit.

dapd/kle

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