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Kim Jong-un fehlt auch bei Jahrestag

Der nordkoreanische Diktator hat offenbar nicht an einem traditionellen Besuch am Schrein seines Vaters und Grossvaters teilgenommen. Inzwischen hat er sich bereits über einen Monat nicht mehr gezeigt.

Vergnügt: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Kreis von Soldaten (1. April 2014).
Vergnügt: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Kreis von Soldaten (1. April 2014).
AFP
Willkommen: Begrüssung Kim Jong-uns und seiner Frau Ri Sol-ju vor einer Aufführung der Band Moranbong (22. März 2014).
Willkommen: Begrüssung Kim Jong-uns und seiner Frau Ri Sol-ju vor einer Aufführung der Band Moranbong (22. März 2014).
AFP
Volksnah: Kim Jong-un besucht eine Zahnklinik in Pyongyang (22. März 2014).
Volksnah: Kim Jong-un besucht eine Zahnklinik in Pyongyang (22. März 2014).
AFP
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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un ist den Feierlichkeiten zum 69. Jahrestag der Gründung der regierenden Arbeiterpartei ferngeblieben. Damit nährte er weitere Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und seine politische Zukunft. Südkorea vertrat die Auffassung, dass Kim weiter fest im Sattel sitze, und die nordkoreanischen Staatsmedien feierten ihn als ein Beispiel für «Würde und Unbesiegbarkeit». Auf der von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Gästeliste zum alljährlichen Besuch des Kumsusan-Mausoleums am 10. Oktober in der Hauptstadt Pyongyang fehlte Kims Name. Das Mausoleum ist seinen beiden Vorfahren und Vorgängern an der Spitze des Staates gewidmet: seinem Vater Kim Jong-il und seinem Grossvater Kim Il-sung.

Zu Füssen der beiden überlebensgrossen Bronzestatuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il am Grossmonument Mansudae zu Ehren des Kampfes gegen die japanische Besatzung im 20. Jahrhundert befand sich allerdings eine Blumengarbe mit dem Namen des abwesenden Machthabers. An den Zeremonien nahm die faktische Nummer zwei der nordkoreanischen Staatshierarchie, Hwang Pyong-so, teil.

Kim, der 30 oder 31 Jahre alt sein soll, war zuletzt Anfang September in der Öffentlichkeit gesehen worden. Damals besuchte er mit seiner Frau Ri Sol-ju ein Konzert in Pyongyang. Kims wochenlange Abwesenheit bei öffentlichen Ereignissen führte zu zahlreichen Vermutungen über mögliche Hintergründe.

«Autorität mit allen Mitteln schützen»

Südkorea distanzierte sich unterdessen von Mutmassungen, Kim könnte politisch geschwächt sein. Ein Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums sagte, laut den nordkoreanischen Medien übe Kim sein Amt wie gewohnt aus. Über seinen Gesundheitszustand lägen der Regierung in Seoul keine spezifischen Geheimdienstinformationen vor, fügte der Sprecher hinzu.

Im Leitartikel der nordkoreanischen Parteizeitung «Rodong Sinmun» hiess es, Kim stehe für die Unbesiegbarkeit der Partei und ihrer Macht. Seine Autorität müsse mit allen Mitteln geschützt werden.

Eine ranghohe nordkoreanische Delegation hatte am vergangenen Samstag bei einem überraschenden Besuch in Südkorea in Abrede gestellt, dass Kim krank sei. Zur Delegation gehörte auch der mittlerweile seit rund zwei Wochen amtierende Vize-Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsausschusses und Leiter des Politbüros der Armee, Hwang Pyong-so.

Die beiden koreanischen Staaten befinden sich nach dem Ende des Koreakrieges 1953 formal noch immer im Kriegszustand. Die Beziehungen waren zuletzt wieder stark angespannt. Die Regierung in Pyongyang zeigte sich verärgert über mehrere Militärmanöver Südkoreas mit den USA. Sie führte daraufhin mehrere Raketentests aus, was von Seoul und seinen westlichen Verbündeten scharf verurteilt wurde.

AFP/mw

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