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Mord an Kim – wurde die Verdächtige ausgetrickst?

Die Todesursache von Diktator Kims Halbbruder bleibt unklar. Deshalb hat Malaysia eine zweite Autopsie angeordnet. Zudem hat die Polizei eine vierte Person verhaftet.

Steht in Malysia vor Gericht: Siti A. wird schwerbewacht. (Archivbild)
Steht in Malysia vor Gericht: Siti A. wird schwerbewacht. (Archivbild)
Mohd Rasfan, AFP
Auch sie wird verdächtigt, am mutmasslichen Mord an Kim Jong-nam beteiligt gewesen zu sein: Thi Huong D. Fahndungsbild der malaysischen Polizei. (19.Februar 2017).
Auch sie wird verdächtigt, am mutmasslichen Mord an Kim Jong-nam beteiligt gewesen zu sein: Thi Huong D. Fahndungsbild der malaysischen Polizei. (19.Februar 2017).
AFP
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Keystone
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Nach der Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un haben die malaysischen Behörden einen Nordkoreaner festgenommen. Bei seiner Festnahme am Freitagabend (Ortszeit) habe der Mann ein malaysisches Dokument für Gastarbeiter bei sich gehabt, teilte die malaysische Polizei am Samstag mit. Demnach handele es sich um einen 46-jährigen Nordkoreaner.

Der 45-jährige Kim Jong-nam war vor ein paar Tagen am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden. Südkoreanischen Medien zufolge wurde der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers vergiftet. In der Folge gab es bereits drei Festnahmen. Eine 25-Jährige mit indonesischem Pass und ihr malaysischer Freund sowie eine 28-jährige Frau mit vietnamesischen Pass wurden festgenommen.

25-Jährige wurde «ausgetrickst»

Die Behörden in Indonesien erklärten am Freitag, die verdächtige 25-Jährige sei bei dem Attentat offenbar «ausgetrickst» worden. Die Frau habe glauben sollen, sie nehme an einem Streich für eine Fernsehshow mit versteckter Kamera teil. «Wenn sie wirklich eine Agentin wäre, wäre sie wohl nicht gefunden worden», sagte Indonesiens Polizeichef Tito Karnavian laut örtlichen Medienberichten.

«Wahrscheinlich wurde sie nur benutzt, sie wusste nicht, dass es sich um einen Mordversuch handelte», sagte der Polizeichef. Gemeinsam mit einer anderen Frau sei sie bereits in der Vergangenheit gegen Geld zu Streichen überredet worden. Auch dabei sollte sie jemandem eine Substanz in die Augen sprühen.

Zweite Autopsie angeordnet

Die malaysischen Behörden haben mittlerweile eine zweite Autopsie angeordnet. Eine erste Untersuchung sei ergebnislos verlaufen, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Samstag von einem Behördenvertreter. Die weitere Obduktion solle noch am gleichen Tag stattfinden. Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un war am Montag plötzlich gestorben. Es wird vermutet, dass er einem Giftmord zum Opfer fiel.

Nordkorea hatte am Freitag bekanntgegeben, die Ergebnisse einer Autopsie nicht anerkennen zu wollen. Das Land forderte, der Leichnam müsse unverzüglich an das Land überstellt werden.

Der 45-jährige Kim Jong-nam war der ältere Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Beide haben denselben Vater, den früheren Machthaber Kim Jong-il , aber unterschiedliche Mütter.

dapd/foa

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