Japanische Minister provozieren mit Gedenkschrein-Besuch

Der Yasukuni-Schrein in Tokio ehrt nicht nur Millionen Kriegsopfer, sondern auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher. Besuche der Gedenkstätte durch die Regierung bringen deshalb China und Südkorea in Rage.

Provokation: Minister Yoshitaka Shindo verneigt sich im Yasukuni-Schrein. (15. August 2013)

Provokation: Minister Yoshitaka Shindo verneigt sich im Yasukuni-Schrein. (15. August 2013)

(Bild: Reuters)

Japanische Regierungsmitglieder sind am Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg in den umstrittenen Yasukuni-Schrein für die Kriegstoten des Landes gepilgert. Solche Pilgergänge werden in China und Südkorea, die Opfer der japanischen Aggressionen während des Krieges waren, als schwere Provokation empfunden.

Minister Yoshitaka Shindo, der für Innere Angelegenheiten und Kommunikation zuständig ist, erschien am frühen Donnerstagmorgen an dem Gedenkort in Tokio. Anwesend war ausserdem Keiji Furuya, der sich in der Regierung um von Nordkorea entführte Japaner kümmert.

Ministerpräsident schickt Geschenke

Im Laufe des Tages wurden Dutzende weitere japanische Politiker an dem Schrein erwartet. Medienberichten zufolge werden weder Ministerpräsident Shinzo Abe noch die Chefs mehrerer Schlüsselministerien zu dem Schrein fahren.

Abe spendete aber rituelle Gegenstände, wie japanische Nachrichtenagenturen berichteten. Dies hatte der Regierungschef bereits im April getan.

«Wir werden das niemals akzeptieren»

Der Yasukuni-Schrein ist umstritten, weil dort mit Japans 2,5 Millionen Kriegstoten auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt werden. Besuche von Mitgliedern der japanischen Regierung in dem Schrein sorgen immer wieder für Empörung in China und auf der koreanischen Halbinsel.

Aus Seoul kam bereits am Dienstag Kritik an den anstehenden Fahrten japanischer Politiker zu dem Schrein. «Unsere Regierung und unser Volk werden diese Besuche niemals akzeptieren», sagte der Sprecher des südkoreanischen Aussenministeriums vor Journalisten.

chk/sda

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