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Japanische AKW-Arbeiter werden erst Wochen nach der Katastrophe untersucht

Erst im Mai wurde damit begonnen, die 800 Arbeiter, die in dem havarierten AKW Fukushima in Japan eingesetzt werden, regelmässig medizinisch zu untersuchen. Gute Neuigkeiten gibt es aber von Reaktor 1.

Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
AFP
Riesige Flutwelle: Die Tsunamiwelle rollt auf die Küste Japans zu. Für den gesamten Pazifikraum wird Tsunami-Alarm ausgelöst; die Wellen bleiben aber niedriger als befürchtet.
Riesige Flutwelle: Die Tsunamiwelle rollt auf die Küste Japans zu. Für den gesamten Pazifikraum wird Tsunami-Alarm ausgelöst; die Wellen bleiben aber niedriger als befürchtet.
Keystone
Ausstieg: Die japanische Regierung hat anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.Bild: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.
Ausstieg: Die japanische Regierung hat anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.Bild: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.
Keystone
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Als Grund für die späte Untersuchung der rund 800 Arbeiter wurde eine Anordnung des Gesundheitsministeriums genannt, in der zunächst Untersuchungen erst nach Ende der Krise verlangt wurden - offensichtlich in der Erwartung, sie dauere nicht so lange. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco.

Von den hunderten Arbeitern, die seit dem Erdbeben und dem Tsunami am 11. März in der Atomruine zum Einsatz kamen, seien 30 einer Strahlendosis von mehr als 100 Millisievert ausgesetzt gewesen, hiess es.

Dieser Wert entspricht der maximalen Belastung für AKW-Arbeiter über ein ganzes Jahr hinweg. Das Arbeitsministerium hat diesen Grenzwert für Arbeiter in Fukushima nach der Katastrophe aber auf 250 Millisievert heraufgesetzt.

Radioaktivität in Reaktor 1 sinkt

Einen Erfolg konnte Tepco indes aus dem hoch verstrahlten Reaktor 1 von Fukushima vermelden: Dort sinkt angeblich die Radioaktivität, nachdem dort erstmals seit der Katastrophe Arbeiter eingesetzt wurden, die Filter einbauten.

Die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete am Samstag, die Strahlenwerte seien seit Freitagmittag kontinuierlich zurückgegangen. Genauere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Die Arbeiter hatten den Reaktor am Donnerstag erstmals nach dem Beben betreten. Ausgestattet mit Schutzmasken und Spezialanzügen bauten die Arbeiter Filter gegen die Radioaktivität in der Luft ein. Mit den Filtern soll die radioaktive Belastung im Gebäude so weit gesenkt werden, dass längere Einsätze möglich sind - dann am Kühlsystem.

Entscheidung über AKW-Aus vertagt

Über die Zukunft des erdbebengefährdeten Atomkraftwerks Hamaoka, das Japans Regierung schnell stilllegen möchte, wird erst später entschieden. Der Betreiber Chubu Electric Power habe seine Entscheidung auf mindestens Sonntag verschoben, berichtete Kyodo. Das Kraftwerk liegt nur 170 Kilometer südwestlich von Tokio.

Ministerpräsident Naoto Kan hatte den Betreiber am Freitag dazu aufgefordert, die Reaktoren 3 bis 5 der Anlage nicht weiter zu nutzen. Die Gefahr einer Katastrophe sei bei dem Kernkraftwerk zu gross. Die Reaktoren 1 und 2 hat der Konzern bereits stillgelegt.

Grossdemo in Tokio

In Tokio demonstrierten am Samstag erneut tausende Menschen gegen die Nutzung der Atomenergie. Sie forderten eine Wende in der Energiepolitik ihres Landes. «Atomkraft ist veraltet», stand auf vielen Plakaten. Der Inselstaat, der kaum über Rohstoffe verfügt, deckt bisher ein Drittel seines Energiebedarfs mit Atomkraft.

SDA/pbe

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