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«Ihre Körperhaltung war verdächtig»

In Pakistan wurde ein neunjähriges Mädchen mit Sprengstoffweste festgenommen. Vor versammelter Presse schilderte das Schulmädchen, wie es zur wandelnden Bombe wurde.

Soll entführt und zur Tat gezwungen worden sein: Sohana Jawed am Montag mit einem Polizeibeamten.
Soll entführt und zur Tat gezwungen worden sein: Sohana Jawed am Montag mit einem Polizeibeamten.
Keystone

Das Schulkind namens Sohana Jawed habe den Auftrag gehabt, im Nordwesten des Landes einen Polizeiposten in die Luft zu jagen, teilte die Polizei heute in Peshawar mit. Das Mädchen habe angegeben, es sei vor einigen Tagen in Peshawar entführt worden. Von dort sei es in die Nähe der Grenze zu Afghanistan gebracht worden. Sohana habe mit der Bombe am Körper den Auftrag bekommen, zu einem Polizeiposten an einer Strasse zu gehen.

Acht Kilogramm am Körper

«Sie haben mir gesagt, ich soll einen Knopf drücken, wenn ich an dem Posten bin», sagte das Mädchen bei einer landesweit im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. «Sie trug acht Kilogramm Sprengstoff am Körper, was für ihr Alter ziemlich schwer ist», berichtete ein Polizeisprecher. «Ihre Körperhaltung war verdächtig.»

Das Kind wurde etwa 50 Meter vor dem Strassenposten festgenommen. «Sie ist ein unschuldiges Mädchen», sagte der Polizeisprecher. «Wir versuchen derzeit, ihre Familie zu erreichen.»

Es ist das erste Mal, dass ein so junges Mädchen mit Sprengstoff aufgegriffen wurde. Die Sicherheitsbehörden in Pakistan befürchten, dass die radikalislamischen Taliban mit ihr womöglich eine neue «Kampftaktik» einläuten wollen.

Zwölf Tote durch Drohnenangriffe Derweil sind im Nordwesten Pakistans zwölf Menschen durch Drohnen ums Leben gekommen. Die Angriffe werden den USA zugeschrieben. Der Behördenvertreter Noor Alam teilte am Montag mit, der erste Drohnenangriff in dem Stammesgebiet Kurram nahe der afghanischen Grenze habe sich gegen ein Fahrzeug gerichtet.

Dabei seien fünf mutmassliche Extremisten ums Leben gekommen. Als Stammesangehörige zum Ort des Geschehens geeilt seien, sei das Fahrzeug erneut getroffen worden. Dabei wurden zwei weitere Menschen getötet, wie Alam sagte.

(SDA)

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