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Hongkonger Polizei reisst Blockaden in 30 Minuten nieder

Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage beseitigt die Polizei in Hongkong die Barrikaden von Demonstranten. Hinter einem Erfolg der angebotenen Gespräche steht ein grosses Fragezeichen.

Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Protestieren wieder: Demonstranten in Hongkong mit gelben Regenschirmen in den Händen. (1. Februar 2015)
Reuters
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Noch wird ihnen nichts vorgeworfen: Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (2. von rechts) mit den Protestführern Chan Kin-man, Benny Tai und Chu Yiu-ming (von links nach rechts) bevor sie sich der Polizei stellten. (3. Dezember 2014)
Reuters
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
Grosser Tumult: Polizisten versuchen, die Demonstranten zurückzudrängen. (27. September 2014)
AP Photo/Apple Daily
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Hunderte Polizeikräfte haben am Freitag in Hongkong Barrikaden, Zelte und Abdeckungen prodemokratischer Demonstranten abgerissen. Ausgestattet mit Helmen und Schildern drangen die Beamten am Morgen in das Camp der Aktivisten im Stadtteil Mong Kok ein, um Absperrungen und Unterschlüpfe niederzureissen. Diese blockierten seit mehr als zwei Wochen einige der wichtigsten Strassen der Finanzmetropole. Zuvor hatte der unbeliebte Hongkonger Regierungschef Leung Chun-ying den Demonstranten Gespräche zur Entschärfung des Protestes angeboten.

Der dritte Einsatz dieser Art in den vergangenen Tagen dauerte nur etwa 30 Minuten. Die Beamten rissen Barrikaden aus Metall, Bambus und weiterem Holz nieder, mit denen die Protestierenden die Strassen blockierten. 30 Demonstranten wurden umzingelt, weil sie ihren Widerstand nicht aufgeben wollten. Zu grösseren Zusammenstössen kam es aber nicht. Die Hauptverkehrsstrasse in dem Stadtteil Admiralty nahe dem Finanzdistrikt blieb in der Hand der Demonstranten.

Post by SocREC 社會記錄頻道.(Video: Facebook/SocRec)

Begrenzten Verhandlungsspielraum

Die Polizei teilte mit, den Aufenthaltsort der Aktivisten nicht gänzlich räumen zu wollen. Bereits wenige Minuten nach dem Polizeieinsatz machten sich Aktivisten erneut daran, sich auf den Strassen niederzulassen.

In Mong Kok campieren die Demonstranten seit Wochen. Der dicht besiedelte Ort befindet sich am Victoria Harbour gegenüber des Zentrums der Proteste im Finanzdistrikt der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Zur Beruhigung der wochenlangen Proteste hatte Leung nach der Absage eines geplanten Treffens vor einer Woche am Donnerstag doch Gespräche über Reformen angeboten. Der Regierungschef machte jedoch deutlich, dass der Spielraum der Verhandlungen nur eng begrenzt sei. Alex Chow von der Studentenvereinigung begrüsste das Gesprächsangebot, übte aber Kritik daran, dass Leung die Auflagen Pekings bei der Wahl eines Regierungschefs 2017 nicht zur Debatte stellen wolle. Demonstranten auf den Strassen reagierten ähnlich.

Spielraum beim Komitee

Leung blieb bei seiner Aussage, dass Peking seine Entscheidung, Kandidaten durch ein Komitee festzulegen, nicht rückgängig machen werde. Trotzdem gebe es einen Spielraum für Verhandlungen darüber, wie das Komitee gebildet werde, das die Kandidaten nominiere.

Die Aktivisten verlangen die freie Wahl des Regierungschefs im Jahr 2017. Peking hatte dagegen bestimmt, dass ein ihm genehmes Komitee festlegt, wer überhaupt kandidieren darf. Das bedeutet, dass die chinesische Regierung die Nominierten überprüfen darf, bevor sie öffentlich gewählt werden können. Zudem fordern die Demonstranten Leungs Rücktritt.

(SDA)

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