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Gnade für Talibanführer

Um Friedensgespräche mit islamistischen Aufständischen voranzubringen, will der afghanische Präsident Hamid Karzai 50 frühere Taliban von der Uno-Terrorliste streichen lassen.

Hören sich neue Vorschläge der Regierung an: Ältere Afghanen.
Hören sich neue Vorschläge der Regierung an: Ältere Afghanen.
Reuters

Die afghanische und die US-Regierung arbeiten laut einem Zeitungsbericht gemeinsam darauf hin, einige hochrangige Talibanführer von der Terrorliste der UNO streichen lassen. Dies berichtet die «Washington Post» am Sonntagabend (Ortszeit). Als offizielle Vorbedingungen formulierte die Kabuler Regierung bislang, dass die Aufständischen der Gewalt abschwören, die afghanische Verfassung anerkennen und ihre Kontakte zu internationalen Terrororganisationen abbrechen.

Karsais Regierung dringe nun aber verstärkt auf die Streichung von Talibanführern von der Uno-Liste, um den seit fast neun Jahren währenden Konflikt zwischen seiner Regierung und den Islamisten beizulegen, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf einen hochrangigen afghanischen Regierungsvertreter. Die USA unterstützten Karzai bei diesen Bemühungen. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, sei am Dienstag vergangener Woche nach New York gereist, um in Gesprächen mit UN-Vertretern diese von der Streichung der Talibanführer von der Terrorliste zu überzeugen.

Forderung der Friedensdschirga

Die Vereinten Nationen fordern dem Bericht zufolge allerdings mehr Beweise, dass die Betroffenen der Gewalt tatsächlich abgeschworen haben. Die USA dringen auf eine Einigung noch vor der internationalen Afghanistan-Konferenz am 20. Juli in Kabul. Die Streichung einiger der gewalttätigsten Taliban wie etwa des obersten Talibanführers Mullah Mohammed Omar von der schwarzen Liste lehnt die US-Regierung laut "Washington Post" jedoch ab.

Karzai hatte Ende Juni erklärt, er wolle hochrangige Talibanführer von der UN-Terrorliste streichen lassen. Dabei handele es sich um Taliban, die nicht mit dem Terrornetzwerk al-Qaida verbunden seien. Damit schloss sich der Präsident einer Forderung der afghanischen Friedensdschirga an.

AFP/sam

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