Zum Hauptinhalt springen

Geld für den Feind: US-Millionen landen bei den Taliban

Amerikanische Ausgaben für private Sicherheitsdienste in Afghanistan landen häufig in den Taschen afghanischer Warlords oder Taliban. Die afghanische Armee leidet besonders darunter.

Viel Geld für Sicherheit: Ein Wachmann vor der Kabul Bank in Afghanistan.
Viel Geld für Sicherheit: Ein Wachmann vor der Kabul Bank in Afghanistan.
Keystone

Die starke Abhängigkeit der USA in Afghanistan von privaten Sicherheitsdiensten kommt womöglich auch den Taliban zugute und gefährdet die Sicherheit der Koalitionstruppen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des US-Senats, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Die privaten Auftragnehmer, die mit US-Steuergeldern bezahlt werden, prüfen demnach ihre örtlichen Rekruten nicht eingehend genug. So könne es passieren, dass auch Verbrecher und Bandenchefs eingestellt würden.

Die USA spielten auf diesem Wege unwissentlich Milizen mit Verbindungen zu den Taliban in die Hände. Gleichzeitig habe die afghanische Regierung Schwierigkeiten, Soldaten und Polizisten zu rekrutieren, heisst es in dem Bericht des Streitkräfteausschusses des US-Senats. Schon im Juni war ein anderer Bericht zum Ergebnis gekommen, dass für den Schutz von Konvois Millionen Dollar jährlich an örtliche Milizführer gehen.

26'000 Menschen für die Sicherheit

Der Vorsitzende des Senatsausschusses, der demokratische Senator Carl Levin, erklärte, es gebe Hinweise, dass einige Auftragnehmer sogar gegen die eigenen Truppen arbeiteten. Es müsse weiter verhindert werden, dass US-Gelder in den Taschen der Milizführer landeten und die Mission in Afghanistan gefährdeten. Das US-Verteidigungsministerium warnte, es sei praktisch unmöglich, die schätzungsweise 26'000 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste in Afghanistan zu entlassen.

dapd/jak

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch