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Friedensnobelpreis geht an Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi

Die Jury in Oslo vergibt den diesjährigen Friedensnobelpreis an die pakistanische Schülerin Malala Yousafzai und an den indischen Kinderrechtler Kailash Satyarthi.

Erhielt den Wirtschaftsnobelpreis: Der Franzose Jean Tirole. (13. Oktober 2014)
Erhielt den Wirtschaftsnobelpreis: Der Franzose Jean Tirole. (13. Oktober 2014)
Keystone
Friedensnobelpreis für den Einsatz zugunsten von Kindern: Malala Yousafzai in Birmingham ...
Friedensnobelpreis für den Einsatz zugunsten von Kindern: Malala Yousafzai in Birmingham ...
Keystone
Gibt die Gewinner der begehrten Auszeichnung bekannt: Goran Hansson, der Sekretär des Nobelpreiskomitees. (6. Oktober 2014)
Gibt die Gewinner der begehrten Auszeichnung bekannt: Goran Hansson, der Sekretär des Nobelpreiskomitees. (6. Oktober 2014)
Jonathan Nackstrand, AFP
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Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai und den Kinderrechtler Kailash Satyarthi aus Indien. Die beiden werden für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und ihren Einsatz für das Recht auf Bildung für alle Kinder ausgezeichnet, wie das Nobelkomitee heute in Oslo verkündete. «Kinder müssen zur Schule gehen und dürfen nicht finanziell ausgebeutet werden», sagte der Präsident des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland.

Eine Muslimin aus Pakistan und ein Hindu aus Indien: Jagland gibt in Oslo die Preisträger bekannt. (Video: Reuters)

Die 17-jährige Malala ist die bisher mit Abstand jüngste Trägerin des Nobelpreises. Die Pakistanerin war 2012 wegen ihres Einsatzes für Schulbildung für Mädchen von Kämpfern der radikalislamischen Rebellenbewegung der Taliban auf dem Weg zur Schule in den Kopf geschossen und schwer verletzt worden. Trotz des Attentats setzte sie ihren Kampf fort. Durch ihr eigenes Beispiel habe sie gezeigt, dass Kinder und Jugendliche ihre eigene Situation verbessern können, erklärte das Nobelkomitee. «Durch ihren heroischen Kampf ist sie zu einer führenden Fürsprecherin für das Recht von Mädchen auf Bildung geworden», hiess es.

«Der Stolz von Pakistan»

Der Friedensnobelpreis für Malala hat in ihrem Heimatland Begeisterung ausgelöst. Pakistans Premier Nawaz Sharif erklärte, Malala sei «der Stolz von Pakistan». «Ihre Leistung ist beispiellos und ohne Gleichen. Mädchen und Jungen der Welt sollten ihren Kampf und ihr Engagement als Beispiel nehmen», erklärte der Regierungschef.

«Es ist nicht allein Malala, die diesen Preis erhält – die Mädchen Paikstans haben ihn gewonnen», sagte Ayesha Khalid, die in Pakistan mit Malala zur Schule gegangen war. Malala habe «bewiesen, dass man Bildung kein Ende setzen kann, indem man Schulen in die Luft sprengt».

In der Tradition Gandhis

Der 60-jährige Inder Satyarthi ist in der Öffentlichkeit deutlich weniger bekannt. Er engagiert sich seit langem mit friedlichen Protestaktionen gegen die Ausbeutung von Kindern und trug dazu bei, dass die Rechte von Kindern in internationalen Konventionen festgeschrieben wurden. Das Nobelkomitee würdigte den «persönlichen Mut» des Aktivisten, der mit seinen Protesten in der Tradition Mahatma Gandhis stehe.

Das Nobelkomitee bezeichnete es als «wichtigen Punkt», eine Muslimin aus Pakistan und einen Hindu aus Indien für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen.

Kailash Satyarthi widmet seine Auszeichnung den Kinderarbeitern, für deren Rechte er seit Jahrzehnten kämpft. «Mit diesem Preis finden die Stimmen von Millionen von Kindern Gehör – Stimmen, die bislang nicht gehört wurden», sagte Satyarthi in einer ersten Reaktion.

«Meine beschränkten und bescheidenen Bemühungen haben es auch mit ermöglicht, dass die Stimmen von Millionen von Kindern, die in Sklaverei leben, gehört werden konnten», sagte der 60-Jährige dem indischen Nachrichtensender NDTV in Hindi.

Die Auszeichnung könne alle Menschen in Indien glücklich machen, sagte Satyarthi. «Es ist eine Ehre für die 1,25 Milliarden Inder. Es ist das erste Mal, dass ein Inder den Friedensnobelpreis gewonnen hat.»

Noch nie so viele Kandidaten

Im vergangenen Jahr war die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen mit dem Preis geehrt worden. Auch dieses Jahr war viel über die Favoriten unter den 278 Nominierten spekuliert worden. Nach Angaben des norwegischen Nobelkomitees waren es so viele Kandidaten wie nie zuvor. Darunter waren 47 Organisationen.

Malala hatte vor der Vergabe auch in den Wetten bei Buchmachern als eine der Favoriten für den Preis gegolten. Genannt worden waren aber auch der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden für seine Preisgabe von Informationen über die Ausspähung des Internets. Papst Franziskus galt ebenfalls als Kandidat.

Der Preis wird jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Oslo verliehen und ist mit acht Millionen Kronen (1,061 Millionen Franken) dotiert. In den vergangenen Tagen waren bereits die Wissenschaftspreise vergeben worden. Der Literaturnobelpreis ging am Donnerstag an den Franzosen Patrick Modiano.

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sda/AFP/AP/rub/bru

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