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Frankreich weiss, wer Giftgas-Angriff in Syrien verübte

«Handschrift des Regimes»: Der französische Aussenminister benennt den Schuldigen hinter dem Chemiewaffeneinsatz in Syrien.

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Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt.
Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt.
Mohamed al-Bakour, AFP
Schmiedet Pläne gegen das Assad-Regime: US-Verteidigungsminister James Mattis nach seinem Besuch bei Theresa May in London. (31. März 2017)
Schmiedet Pläne gegen das Assad-Regime: US-Verteidigungsminister James Mattis nach seinem Besuch bei Theresa May in London. (31. März 2017)
Matt Dunham/AP, Keystone
World Health Organization ist vor Ort: WHO-Experten, die an der Autopsie teilgenommen haben, vor dem Spital im türkischen Adana. (5. April 2017)
World Health Organization ist vor Ort: WHO-Experten, die an der Autopsie teilgenommen haben, vor dem Spital im türkischen Adana. (5. April 2017)
DHA-Depo Photos, Keystone
Mitarbeiter der WHO verlassen nach den Autopsien das Spital.
Mitarbeiter der WHO verlassen nach den Autopsien das Spital.
IHA, Keystone
Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017)
Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017)
Evan Vucci/AP, Keystone
Erneuter Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017)
Erneuter Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017)
Edlib Media Center/AP, Keystone
Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben.
Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben.
Qasioun News Agency/AP, Keystone
Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten.
Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten.
Mohamed al-Bakour, Keystone
Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde.
Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde.
Keystone
Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016)
Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016)
EPA/SAM TAYLOR, Keystone
Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet.
Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet.
AFP
Die türkische Armee schiesst in Richtung syrische Grenze.
Die türkische Armee schiesst in Richtung syrische Grenze.
AFP
Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden.
Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden.
Keystone
Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben.
Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben.
AFP
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Frankreich macht die syrische Regierung für den Giftgas-Angriff in Chan Scheichun mit 87 Todesopfern verantwortlich. Der Sarin-Einsatz vom 4. April trage zweifellos «die Handschrift des Regimes» in Damaskus, erklärte das Aussenministerium am Mittwoch in Paris. Das hätten Laboruntersuchungen von Proben aus Syrien ergeben.

Bei dem in der Kleinstadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens genutzten Giftgas handele es sich um das Nervengas Sarin, heisst es in einem von Aussenminister Jean-Marc Ayrault vorgelegten Bericht. Die Zusammensetzung des verwendeten Gases ergebe «mit Sicherheit», dass es für die syrische Regierung hergestellt worden sei. Es gleiche einem Kampfstoff, den die syrische Regierung im April 2013 bei einem Angriff auf den Ort Sarakeb im Norden des Landes genutzt habe.

Einsatz von Sarin für OPCW unbestritten

«Syrien hat wiederholt seine Zusage verletzt, keine Waffen mehr einzusetzen, die von der internationalen Gemeinschaft geächtet werden», betonte Ayrault. Insgesamt seien fünf Sarin-Attacken in Syrien seit April 2013 «bewiesen», heisst es in dem Bericht. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte vor einer Woche erklärt, bei dem Angriff sei «unbestreitbar» das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden. Die OPCW liess Proben von zehn Opfern des Angriffs in vier Labors untersuchen. In Frankreich wurden nun zusätzliche Analysen durchgeführt.

Die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad bestreitet, chemische Waffen eingesetzt zu haben. Nach russischer Darstellung soll das Nervengas aus Lagern der Rebellen stammen. Bei dem Angriff von Chan Scheichun waren laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 87 Menschen getötet worden, unter ihnen 31 Kinder.

Assad bestreitet Vorwürfe

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte die Vorwürfe, Chemiewaffen eingesetzt zu haben, kürzlich in einem AFP-Interview als zu «hundert Prozent konstruiert» bezeichnet. Dem Westen warf er vor, die angebliche Attacke als «Vorwand» genutzt zu haben. Die USA hatten als Vergeltung für den Angriff einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern beschossen. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.

(SDA)

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