«Es ist alles eine Lüge»
Die zum Tode durch Steinigung verurteilte Sakineh Mohammadi Ashtiani sagte im iranischen TV, sie sei nicht gefoltert worden. Ihr Sohn und ihr Anwalt sind sicher, dass Ashtiani zu diesem Auftritt gezwungen wurde.

Sakineh Mohammadi Ashtiani, die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin, trat erneut im iranischen Staatsfernsehen auf. Sie dementierte dabei Berichte ihres früheren Anwalts, dass sie Anfang September im Gefängnis mit 99 Peitschenhieben gezüchtigt worden sei. «Ich wurde nicht gefoltert», sagte eine Frau im Fernsehen, bei der es sich nach Angaben des Senders um Ashtiani handelte. «Niemand hat mich gezwungen, vor der Kamera zu erscheinen. Was ich sage, sind meine Worte». Das Bild der Frau war verwischt. Sie sagte, Berichte über Peitschenhiebe wegen des Fotos seien falsch.
Ihr früherer Anwalt hatte von einer Mitgefangenen Ashtianis erfahren, dass sie wegen eines Fotos in der britischen Zeitung «Times» ausgepeitscht worden sei. Das Foto, das am 28. August publiziert worden war, zeigte eine unverschleierte Frau, die irrtümlicherweise als Sakineh Mohammadi Ashtiani bezeichnet wurde. Nebst dem Anwalt hatte auch Ashtianis Sohn Sajjad Gaderzadeh gesagt, er habe gehört, dass seine Mutter wegen des Bildes ausgepeitscht worden sei.