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Er vermittelt die Botschaft: «Tut mir leid, ich kann nicht anders»

General Prayuth hat in Thailand das Kriegsrecht verhängt. Der 60-Jährige sollte eigentlich bald in Pension gehen. Das wird er kaum tun, bevor er seine Mission erfüllt hat.

Berühmt für seine Streitlust: Der thailändische Armeechef Prayuth Chan-och (rechts) in Bangkok (22. Mai 2014).
Berühmt für seine Streitlust: Der thailändische Armeechef Prayuth Chan-och (rechts) in Bangkok (22. Mai 2014).
Narong Sangnak, Keystone

Thailands Armeechef Prayuth Chan-och gilt nicht als Mann der halben Sachen. «Prayuth ist bekannt für seine Streitlust, für seine Entschlossenheit und seine leidenschaftliche Abneigung gegen die Rothemden-Bewegung», schrieb die «Bangkok Post» bei seinem Amtsantritt im Oktober 2010.

Die Rothemden, das sind die Anhänger des Thaksin-Clans, der mit Unterstützung der Landbevölkerung das Land regiert. Prayuth war an vorderster Front dabei, als die Armee im Frühjahr 2010 Proteste der Rothemden in Bangkok mit Gewalt beendete.

Prayuth widersteht Annäherungsversuchen

Nun ist die andere Seite auf der Strasse, Regierungsgegner unter Anführer Suthep Thaugsuban. Prayuth hatte bislang vielen Annäherungsversuchen von Suthep widerstanden. Unermüdlich rief der General die zerstrittenen politischen Lager in den vergangenen Monaten auf, den Konflikt selbst zu lösen.

Als der 60-Jährige am Dienstag angesichts zunehmender Gewalt auf den Strassen vor die Kameras trat, war ihm der Unwillen anzusehen. Der Armeechef verhängte das Kriegsrecht, liess die Regierung aber im Amt. Bei der Verlesung seines Befehls im Fernsehen vermittelte seine Körpersprache die Botschaft: «Tut mir leid, aber ich kann nicht anders.»

Putsch löst Probleme nicht

Zwei Tage versuchte Prayuth vergeblich, die verfeindeten Lager zu einer Einigung zu bewegen. Dann verkündete der Mann mit dem strengen Seitenscheitel am Donnerstag die aus Sicht vieler Oppositionsanhänger überfällige Machtübernahme durch das Militär. Fast schien es, als musste der General dabei zum Jagen getragen werden.

Das Land hat eine lange Putsch-Tradition. Die Armee musste allerdings eine bittere Lektion lernen: Ein Umsturz löst die tiefen politischen Probleme in Thailand nicht.

Die Streitkräfte stürzten 2006 den damaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra und installierten eine Expertenregierung, die eine neue Verfassung ausarbeitete. Doch wählte das Volk ein Jahr später wieder Thaksin-Vertraute ins Amt. Thaksin hält im Exil bis heute die Fäden der Regierung in der Hand.

«Armee hat viel gelernt»

«Die Armee hat seit dem Coup viel gelernt, aber Prayuth muss dafür sorgen, dass sie ihre Neutralität nicht wieder verliert», sagte Panitan Wattanayagorn, Politologe der Chulalongkorn-Universität, in dieser Woche.

Der hoch dekorierte Armeegeneral hat seine ganze Karriere beim Militär verbracht. Er studierte an der Militärakademie und diente in jungen Jahren in der Leibwache der Königin. Ende September soll er eigentlich in den Ruhestand gehen. Bis dahin muss aber erst eine Übergangslösung für das Land gefunden sein.

SDA/thu

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