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«Eine Katastrophe beträchtlichen Ausmasses»

Die Überschwemmungen im Nordwesten Pakistans haben aus Sicht der Vereinten Nationen verheerende Dimensionen angenommen. Zahlreiche Landesteile sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Noch immer sind zahlreiche Felder in Pakistan überflutet, und bald beginnt der Winter. Hier Shah Jamal, 5. September 2010.
Keystone
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
29. August: Die Fluten ausserhalb von Thatta gehen zurück.
Keystone
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Leute, die von der Flut betroffen sind, demonstrieren in den Strassen von Nowshera gegen die Regierung.
Keystone
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«Was wir hier haben, ist eine Katastrophe beträchtlichen Ausmasses», sagte der Leiter der UNO-Hilfseinsatzes, Manuel Bessler, am Donnerstag. Dies sei auch schon vor dem Vordringen der Flut in den Süden so gewesen. Eine Woche nach Beginn der heftigsten Monsunregenfälle seit mehr als 80 Jahren seien viele Landesteile nach wie vor von der Aussenwelt abgeschnitten: «Ganze Landstriche sind nur aus der Luft erreichbar», berichtete Bessler bei einer Telefonkonferenz in Genf.

Der UNO-Chefkoordinator für den humanitären Einsatz in Pakistan nannte es «absolut verständlich», dass sich in der Bevölkerung Ärger über die als unzureichend empfundenen Anstrengungen der Regierung in Islamabad breitmacht. Es seien inzwischen mindestens 1,5 Millionen Menschen von der Jahrhundert-Flut betroffen. Sobald deren Scheitelpunkt die mittleren Abschnitte des Indus erreiche, drohten weitere 1,4 Millionen Menschen in der Region Punjab ihr Hab und Gut zu verlieren.

Sammelzentren extrem überlastet

Brian Kelly von der Internationalen Organisation für Migration berichtete von Tausenden «spontanen Siedlungen an den Strassenrändern», die verzweifelte Pakistaner in den vergangenen Tagen provisorisch aufgebaut hätten. Die offizielle Sammelzentren seien mittlerweile «extrem überlastet». In Zusammenarbeit mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk seien bis zu 30'000 Zelte verteilt worden.

Alarmierend bleibt die Lage auch nach Beobachtungen des UNO- Kinderhilfswerks UNICEF. Mitarbeiter Oscar Butragueño sprach von einer raschen Ausbreitung von Infektionen durch verschmutztes Wasser, besonders Kinder seien gefährdet. Das Welternährungsprogramm der UNO startete am Donnerstag im stark betroffenen im Swat-Tal im äussersten Norden Pakistans eine weitere Luftbrücke mit Helikoptern.

SDA/jak

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