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Drei Todesurteile nach Anschlag auf Tiananmen-Platz

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem Tiananmen-Platz in Peking kamen im Oktober zwei Touristen ums Leben, 40 Passanten wurden verletzt. Drei Angeklagte wurden nun zum Tode verurteilt.

Todesurteile ausgesprochen: Beim Anschlag auf den Tiananmen-Platz gab es zwei Tote und 40 Verletzte. (28. Oktober 2014)
Todesurteile ausgesprochen: Beim Anschlag auf den Tiananmen-Platz gab es zwei Tote und 40 Verletzte. (28. Oktober 2014)
AFP

Im Zusammenhang mit einem Selbstmordanschlag auf dem Pekinger Tiananmen-Platz im vergangenen Oktober sind am Montag laut Staatsmedien drei Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Weitere Beschuldigte erhielten lange Haftstrafen.

Das Gericht in Ürümqi verhängte gegen eine weitere Person «wegen der gewaltsamen Terrorattacke» eine lebenslange Haftstrafe, wie der Sender CCTV berichtete. Die vier übrigen Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen fünf und 20 Jahren.

Krisenherd Xinjiang

Ende Oktober vergangenen Jahres war ein mit Benzinkanistern beladener Geländewagen in eine Menschenmenge am Tiananmen-Platz gerast und in Flammen aufgegangen. Die drei Fahrzeuginsassen und zwei Touristen wurden getötet, 40 Passanten wurden verletzt. Die chinesischen Behörden machten Uiguren aus Xinjiang für die Tat verantwortlich.

In der Provinz Xinjiang leben mehrheitlich Muslime. Die Provinz gilt neben Tibet als der grösste Krisenherd des Vielvölkerstaats China. Seit dem Beginn der chinesischen Herrschaft im 19. Jahrhundert begehrten die muslimischen Uiguren immer wieder gegen Peking auf.

Mehrere Anschläge

Die Minderheit sieht sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt.

Bei zwei Anschlägen in der Provinzhauptstadt Ürümqi wurden im April und Mai insgesamt mehr als 30 Menschen getötet. Im März waren bei einem Angriff im Bahnhof von Kunming im Südwesten Chinas mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 130 weitere verletzt worden, als mit Messern bewaffnete Männer in die Bahnhofshalle stürmten und Passanten niederstachen. Peking macht für die Anschlagsserie Separatisten verantwortlich.

SDA/chk

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