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Die USA hoffen auf das grosse Atom-Geschäft

Die USA haben sich besonders stark dafür eingesetzt, dass das Nuklear-Embargo gegen Indien aufgehoben wird. Sie wollen Geld verdienen.

Freude in Indien: Politiker und ihre Kinder feiern die Aufhebung des Nuklear-Embargos.
Freude in Indien: Politiker und ihre Kinder feiern die Aufhebung des Nuklear-Embargos.
Keystone

Bei den Verhandlungen der 45 Atom-Lieferländer in Wien haben sich die USA offenbar besonders für eine komplette Aufhebung des Lieferverbotes gegen Indien eingesetzt. Amerika hat ein starkes Motiv für die Aufhebung des Embargos: Sie wollen mit Indien noch vor den Präsidentschaftswahlen ein Nuklear-Handelsabkommen schliessen. Mit der Aufhebung des Embargos darf Indien nun Nukleartechnologie einkaufen und plant bereits acht neue Atomkraftwerke.

Neben den USA hoffen auch Länder wie Frankreich und Russland auf diese lukrativen Aufträge. Allein der Auftrag zum Bau von zwei dieser Atomkraftwerke würde in den USA 3000 bis 5000 neue Stellen schaffen, hiess es vom US-Aussenministerium.

Kritiker: Indien will Atomwaffen

Die Kritiker einer Beendigung des Lieferstopps hatten immer wieder gewarnt, dass Indien damit für sein langjähriges Streben nach Atomwaffen belohnt und dadurch Verhandlungen mit anderen Staaten, wie etwa dem Iran erschwert würden.

Österreich, die Schweiz, Irland, die Niederlande, Norwegen und Neuseeland blockierten bisher die Aufhebung des Lieferstopps und forderten harte Konsequenzen, falls Indien erneut Atomwaffen testen sollte. Während der Verhandlungen in Wien hätten die USA erheblichen Druck auf die kritischen Länder ausgeübt und mit den höchsten politischen Stellen gesprochen, sagte ein Teilnehmer des Treffens.

Indien verweigert den Sperrvertrag

Indien gehört zu den mindestens sieben Atommächten, hat jedoch nie den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, der die Weitergabe von Nukleartechnologie verbietet, die zum Bau von Atomwaffen verwendet werden kann.

Gestern hatte das Land in Wien erneut für seine Vertrauenswürdigkeit geworben und bekräftigt, weiterhin freiwillig auf Atomtests zu verzichten. Nach Angaben von Diplomaten war dies ein ausschlaggebender Punkt, der die Kritiker überzeugte.

SDA/oku

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