Die russische Eroberung der Arktis beginnt

Mehrere Länder erheben Anspruch auf die Öl- und Gasquellen in der Arktis. Mit dem Entsenden von militärischen Streitkräften will Russland seinen Besitzanspruch noch in diesem Jahr unterstreichen.

Umstrittene Rohstoffquellen: Ein russisches U-Boot auf einer Arktis-Expedition im Jahr 2007.

Umstrittene Rohstoffquellen: Ein russisches U-Boot auf einer Arktis-Expedition im Jahr 2007.

(Bild: Keystone)

Im Rennen um die Öl- und Gasvorräte in der Arktis will Russland dort nach Militärangaben schon in diesem Jahr und damit deutlich früher als angekündigt erste Streitkräfte stationieren. Die Arktis-Soldaten mit Spezialtechnik und -uniformen würden einem Panzergrenadier-Stützpunkt in Petschenga in der Nähe von Murmansk zugeordnet. Das meldete die Agentur Interfax heute unter Berufung auf Militärkreise.

Zuvor hatte auch Heereschef Alexander Postnikow die Bildung einer Arktis-Brigade angekündigt. Russland hat stets betont, seine Ansprüche auf die Bodenschätze im Eismeer notfalls militärisch durchzusetzen.

Zuletzt hatten Medien berichtet, dass Russland seine Interessen spätestens im Jahr 2015 mit Patrouillen von Kriegsschiffen und U-Booten im Eismeer untermauern wolle.

Strategie wurde bereits 2008 verankert

Russland behauptet, dass sein Kontinentalschelf am Meeresboden so weit in die Arktis reiche, dass das grösste Land der Erde auch den Nordpol beanspruchen darf. Der russische Sicherheitsrat hatte die Ziele seiner Arktispolitik im September 2008 in einem Strategiepapier verankert.

Im Mai 2008 hatten sich die fünf Arktis-Anrainer Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA bei einem Treffen auf Grönland zur friedlichen Lösung ihres Territorialstreits verpflichtet. Die Entscheidung über die Ansprüche der einzelnen Länder soll von der UNO-Seerechtskommission getroffen werden.

Umweltschützer warnen vor einer wirtschaftlichen Ausbeutung der Polarregion. Sie befürchten, dass die Anrainerländer das Gebiet in ein «riesiges Bergwerk» verwandeln könnten mit womöglich verheerenden Folgen für die Umwelt.

mrs/sda

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