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«Die kommunistische Führung ist sehr nervös und ängstlich»

Chinas Regierung ist wegen Protesten beunruhigt – nicht erst seit dem jüngsten Aufruf zum Widerstand. Woran das liegt und wie der Staatsapparat das 1,33-Milliarden-Volk kontrolliert, weiss China-Experte Henrik Bork.

Unruhe in Peking: Journalisten und Schaulustige in der Innenstadt. (20. Februar 2011)
Unruhe in Peking: Journalisten und Schaulustige in der Innenstadt. (20. Februar 2011)
Keystone
Medienberichte unerwünscht: Während ein Unbekannter (3.v.l.) abgeführt wird, versucht ein Polizist, die Presse abzuwehren. (20. Februar 2011)
Medienberichte unerwünscht: Während ein Unbekannter (3.v.l.) abgeführt wird, versucht ein Polizist, die Presse abzuwehren. (20. Februar 2011)
Keystone
Mit einem Grossaufgebot vor Ort: Die Polizei markiert in Peking Präsenz und reagiert sofort auf neue Demonstrationen. (20. Februar 2011)
Mit einem Grossaufgebot vor Ort: Die Polizei markiert in Peking Präsenz und reagiert sofort auf neue Demonstrationen. (20. Februar 2011)
Keystone
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Herr Bork, in China gab es nach einem Protestaufruf im Internet laut Agenturberichten bereits Festnahmen und Hausarreste gegen mehr als 100 Bürgerrechtler. Wie stellt sich die Lage heute dar? Sind die Proteste durch die Massnahmen bereits geschwächt? Nach allem, was wir im Moment wissen, scheint es der chinesischen Regierung gelungen zu sein, etwaige Proteste schon im Keim zu ersticken. Die Staatssicherheit hatte Angaben von Menschenrechtsorganisationen aus Hongkong zufolge ja schon lange vor 14 Uhr am Sonntag chinesischer Ortszeit Bescheid gewusst – dem Zeitpunkt, am dem zu Demos aufgerufen worden war. Sie hatte schon am Tag davor und am Sonntagmorgen eine Art Grossrazzia gegen bekannte Regimegegner durchgeführt. Am Sonntagnachmittag war dann bereits ein Grossaufgebot von Polizei und Staatssicherheit vor Ort, noch bevor irgendjemand überhaupt demonstrieren konnte.

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