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Die islamistische Wut richtet sich nun gegen Buddhisten

In Bangladesh starteten Tausende Muslime einen zerstörerischen Feldzug: Fünf buddhistische Tempel und zahlreiche Häuser wurden niedergebrannt. Auslöser soll ein Foto auf Facebook sein.

Unfassbare Zerstörungswut: Buddhisten beten bei einem ihrer Heiligtümer. (1. Oktober 2012)
Unfassbare Zerstörungswut: Buddhisten beten bei einem ihrer Heiligtümer. (1. Oktober 2012)
AFP
Buddhisten waren bisher an den religiösen Unruhen kaum beteiligt: Zerstörter Tempel in Ramu. (30. September 2012)
Buddhisten waren bisher an den religiösen Unruhen kaum beteiligt: Zerstörter Tempel in Ramu. (30. September 2012)
AFP
Auch dieser Tempel wurde komplett niedergebrannt. (30. September 2012)
Auch dieser Tempel wurde komplett niedergebrannt. (30. September 2012)
Reuters
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Tausende Muslime haben in Bangladesh wegen eines angeblich den Koran beleidigenden Fotos auf Facebook buddhistische Tempel und Häuser niedergebrannt. Rund 25'000 Menschen hätten heute unter den Rufen «Gott ist gross» im buddhistischen Viertel der Stadt Ramu sowie in umliegenden Orten Tempel und Häuser angegriffen, sagte ein Polizist.

Insgesamt seien mindestens fünf Tempel und hundert Häuser, darunter auch Geschäfte, in Flammen aufgegangen. Angeblich soll ein Buddhist aus der südöstlichen Region in dem sozialen Netzwerk Facebook ein den Koran diffamierendes Foto eingestellt haben. Der Mann, der für die Publikation des Fotos verantwortlich sei, ist inzwischen von den Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht worden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet, dass darauf ein brennender Koran abgebildet war.

Im Konflikt mit Burma

Die Behörden riefen Armee und Grenzschützer zur Verstärkung in die rund 350 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernte Region und verhängten ein Versammlungsverbot. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuterssagte ein Polizeisprecher, dass die Lage mittlerweile wieder unter Kontrolle sei. Das Gebiet grenzt an das mehrheitlich buddhistische Burma, wo seit Juni bei Ausschreitungen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya mindestens 80 Menschen getötet und Zehntausende Muslime in die Flucht getrieben wurden.

Die Stimmung unter den Muslimen in Bangladesh war in den letzten Tagen sehr aufgebracht. Als Auslöser der sehr gewalttätigen Proteste gilt der umstrittene Mohammed-Film, der unter den Muslimen weltweit Empörung erntete.

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