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Die beiden Korea streiten und lassen Gespräch platzen

Es hätten die ersten offiziellen Gespräche seit sechs Jahren werden sollen: Das für morgen geplante Treffen zwischen Nord- und Südkorea wird nicht stattfinden. Die Nachbarn stritten über die Rahmenbedingungen.

Die Stühle werden leer bleiben: Der Sitzungsaal im Grand Hilton Hotel in Seoul, in dem das Treffen auf Regierungsebene hätte stattfinden sollen. (11. Juni 2013)
Die Stühle werden leer bleiben: Der Sitzungsaal im Grand Hilton Hotel in Seoul, in dem das Treffen auf Regierungsebene hätte stattfinden sollen. (11. Juni 2013)
Keystone

Die für morgen geplanten hochrangigen Gespräche zwischen Nord- und Südkorea sind abgesagt. Dies teilte eine Sprecherin des südkoreanischen Vereinigungsministeriums heute in Seoul mit. Es wären die ersten Gespräche auf Regierungsebene seit 2007 gewesen. Die Sprecherin machte zunächst keine Angaben dazu, ob die Gespräche zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden sollen. Das Treffen war für Mittwoch und Donnerstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul geplant gewesen. Nach Angaben aus südkoreanischen Regierungskreisen hatte es Streit mit dem Norden über die Zusammensetzung der Delegationen gegeben.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten einen harten Konfrontationskurs gefahren. Die kommunistische Führung in Pyongyang provozierte dabei die Weltgemeinschaft unter anderem mit Raketenstarts sowie einem Atomtest und drohte mit Atomangriffen auf Südkorea und die USA. In den vergangenen Tagen hatte Pyongyang dann plötzlich wieder Signale der Entspannung ausgesendet.

Zukunft Kaesongs im Fokus

Daraufhin hatten am Sonntag Gespräche auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom begonnen, es war das erste derartige Treffen seit mehr als zwei Jahren. Nach 18 Stunden einigten sich die Vertreter beider Seiten dann auf den Rahmen der ranghohen Gespräche. Dabei hatte Seoul nach Angaben aus Verhandlungskreisen zunächst ein Treffen auf Ministerebene festschreiben wollen, was die Vertreter des kommunistischen Nordens jedoch ablehnten. Letztlich hiess die Kompromissformel «Gespräche auf Regierungsebene».

Bei den Gesprächen in Seoul sollte es nach Angaben der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vor allem um die Zukunft des Industriegebietes Kaesong gehen. Pyongyang hatte die in seinem Staatsgebiet liegende Sonderwirtschaftszone im April geschlossen und 53'000 nordkoreanische Arbeiter nach Hause geschickt. Weitere Themen der Gespräche in Seoul sollten laut KCNA die Wiedervereinigung von im Krieg getrennten Familien sowie die Wiederaufnahme von Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge sein.

AFP/rbi

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