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China umwirbt den Irak

Peking erliess dem Irak die meisten Schulden und erschliesst nun dort ein Ölfeld. Chinas Machthaber empfingen heute Ministerpräsident Nuri al-Maliki – und erhoffen sich viel.

Premier Nuri al-Maliki (links) schreitet mit seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao die Ehrengarde ab.
Premier Nuri al-Maliki (links) schreitet mit seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao die Ehrengarde ab.
Reuters

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat seinen ersten offiziellen Besuch in Peking angetreten. Dort wollte er heute mit Ministerpräsident Wen Jiabao zusammentreffen. Für morgen war ein Treffen mit Staatspräsident Hu Jintao vorgesehen. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Hong Lei, sagte, China und den Irak verbinde eine traditionelle Freundschaft.

Ziel beider Staaten sei es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den kulturellen Austausch zu fördern, zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. China sei bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und damit dem irakischen Volk weiter Hilfe zu leisten, sagte der Aussenministeriumssprecher. Al-Malikis Besuch dauert bis zum Donnerstag.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Staaten hat sich in den vergangenen Jahren intensiviert. China gilt als einer der grössten Nutzniesser der von den USA geführten Invasionen gegen das Regime von Saddam Hussein. Die Regierung in Peking hatte den Waffengang damals abgelehnt.

China sichert sich Zugang zu Öl im Zentralirak

Die staatliche China National Petroleum Corporation begann im vergangenen Monat mit der Förderung von Öl aus dem Al-Dahab-Ölfeld im Zentralirak. Es ist das erste grosse Projekt zur Erschliessung eines Ölfelds seit zwei Jahrzehnten im Irak.

Dort sollen nach Angaben der Tageszeitung «China Daily» in den ersten drei Jahren 25'000 Barrel am Tag gefördert werden. Insgesamt soll das Feld eine Milliarde Barrel halten. Der Vertrag wurde 2008 abgeschlossen und war der erste Abschluss seiner Art seit dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein 2003.

Nach Angaben der irakischen Regierung erliess China dem Irak im vergangenen Jahr 80 Prozent der in China verbuchten Staatsschulden. Zu Zeiten von Hussein hatten sich Schulden in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar angehäuft.

dapd/rub

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