Zum Hauptinhalt springen

China lässt fünf Frauenrechtlerinnen frei

Vor über einem Monat verteilten sie Aufkleber gegen häusliche Gewalt und wurden verhaftet. Die fünf Frauenaktivistinnen durften nun wieder nach Hause – den Ärger sind sie aber noch nicht los.

Bald frei, aber die Anschuldigungen bleien vorerst bestehen: Frauenrechtlerin Feng Yuan wartet vor einem Gefängnis in Peking auf die Entlassung ihrer fünf Kolleginnen. (13. April 2015)
Bald frei, aber die Anschuldigungen bleien vorerst bestehen: Frauenrechtlerin Feng Yuan wartet vor einem Gefängnis in Peking auf die Entlassung ihrer fünf Kolleginnen. (13. April 2015)
Kim Kyung-Hoon, Reuters

Nach mehr als einem Monat Haft sind fünf Aktivistinnen für Frauenrechte in China wieder freigelassen worden. Es handele sich aber um bedingte Entlassungen, auf die später noch Anklagen folgen könnten, sagte der Anwalt Liang Xiaojun am Dienstag. Bis zum Vorabend waren die Frauen bereits in ihre Wohnungen in Peking oder andernorts im Land zurückgekehrt oder auf dem Weg nach Hause.

Die Frauenrechtlerinnen Wang Man, Zheng Churan, Wu Rongrong, Wei Tingting und Li Tingting waren verhaftet worden, als sie anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März Transparente und Aufkleber gegen häusliche Gewalt verteilen wollten. Ihnen wurde öffentliche Ruhestörung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung hätten ihnen bis zu drei Jahre Gefängnis gedroht.

«Unvollständigen Schritt»

Der Fall löste internationale Empörung aus. In einer Stellungnahme würdigte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nun die Freilassung der Aktivistinnen als «ermutigenden Durchbruch», aber als «unvollständigen Schritt.» So müsse Chinas Führung sämtliche Vorwürfe gegen die fünf Frauen fallenlassen.

Das Pekinger Yirenping-Zentrum, das sich gegen Diskriminierung einsetzt und mit den Aktivistinnen zusammenarbeitet, äusserte sich ähnlich. Die Frauen auch weiterhin wie kriminelle Verdächtige zu behandeln, sei «weder legal noch begründet.» Sie hätten vielmehr öffentliche Anerkennung und Ehrungen verdient, schrieb der Mitbegründer des Zentrums, Lu Jun.

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch