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China beschlagnahmt Unterwasserdrohne der USA

Die USA beklagen den Verlust einer Drohne. Ein Schiff der chinesischen Marine hat diese im Südchinesischen Meer offenbar beschlagnahmt.

Eklat im Südchinesischen Meer: Eine Unterwasserdrohne während einer Demonstration. (Archiv)
Eklat im Südchinesischen Meer: Eine Unterwasserdrohne während einer Demonstration. (Archiv)
Mel Evans, Keystone

China hat nach Angaben der USA ein unbemanntes U-Boot der US-Marine beschlagnahmt. Das zivile US-Schiff «Bowditch» habe zwei Unterwassergleiter ausgesetzt, die im Südchinesischen Meer nicht näher bezeichnete wissenschaftliche Daten sammeln sollten, teilte das Verteidigungsministerium in Washington am Freitag mit. Als es sie nordwestlich der philippinischen Subic-Bucht wieder aufnehmen wollte, sei ein chinesisches Schiff aufgekreuzt, habe ein Beiboot ausgesetzt und eines der Mini-U-Boote aufgegriffen.

Pentagon-Sprecher Jeff Davis sagte, das chinesische Schiff habe Funkbotschaften der «Bowditch» am Donnerstag zwar bestätigt, aber nicht auf die Aufforderung reagiert, den Gleiter zurückzugeben. Die USA hätten diplomatischen Protest eingelegt und verlangten das unbemannte U-Boot zurück, das den Angaben zufolge etwa drei Meter lang und rund 60 Zentimeter breit ist. Die chinesische Botschaft kommentierte den Vorfall zunächst nicht.

Die chinesischen Ansprüche

China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Die USA, Anrainerstaaten und das Internationale Schiedsgericht in Den Haag widersprechen dem zwar, doch die Volksrepublik hat unter anderem künstliche Inseln aufgeschüttet, um ihrem Anspruch Nachdruck zu verleihen. Die USA halten sich in dem Streit zurück, betonen jedoch das Recht auf freie Schifffahrt in internationalen Gewässern, zu denen auch das Südchinesische Meer gehöre. Im vergangen Jahr liessen sie ein Kriegsschiff vor einer der künstlichen Inseln kreuzen, was zu einem Protest Chinas gegen die Verletzung seiner «Souveränität und Sicherheit» führte.

Der Vorfall spielt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses Chinas und der USA. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte Peking mit einem direkten Telefonat mit Taiwans Präsidentin verärgert und danach die Ein-China-Politik der USA in Frage gestellt. Zuletzt hatte China Trump in scharfen Worten kritisiert.

Patrouillen provozieren China

Wegen der Gebietsansprüche Chinas im südchinesischen Meer liegen Peking und Washington seit längerem überkreuz. Die USA und Anrainer pochen auf freie internationale Seewege. China hat zur Durchsetzung seiner Ansprüche mehrere künstliche Inseln in den Gewässern aufgeschüttet.

Die US-Marine patrouilliert regelmässig in der Nähe dieser künstlichen Inseln, um ihrer Forderung nach freiem Schiffsverkehr in dem Gebiet Nachdruck zu verleihen. Die Volksrepublik sieht darin eine Provokation, die das Risiko eines militärischen Zusammenstosses erhöhe.

sda/afp/nag/fal

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