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Bombenanschläge treffen Muslime und Taliban-Kritiker

In Pakistan haben zwei Attentate die Regionalwahlen erschüttert. Mindestens sieben Personen wurden getötet. Ein Gericht hat derweil Ex-Präsident Musharraf eine nationale Kandidatur untersagt.

Die Taliban drohten im Vorfeld mit Anschlägen: Ein brennendes Auto nach einem der Anschläge. (16. April 2013)
Die Taliban drohten im Vorfeld mit Anschlägen: Ein brennendes Auto nach einem der Anschläge. (16. April 2013)
AFP

Bei zwei Bombenanschlägen in Pakistan sind mehrere Parteipolitiker ums Leben gekommen. Der erste Anschlag traf den Konvoi eines muslimischen Kandidaten für die Parlamentswahl, bei dem drei Menschen getötet und sieben verletzt wurden. Nach Angaben eines Regierungsbeamten blieb der Politiker der muslimischen League-N-Parte, Sardar Sanaullah Zehri, bei dem Attentat am Dienstag unverletzt. Sein Bruder, sein Neffe und sein Sohn seien jedoch getötet worden. Der Anschlag ereignete sich nahe der westpakistanischen Stadt Khuzdar in der Provinz Baluchistan. Dort sind sowohl islamistische Militante als auch Nationalisten aktiv, die sich seit Jahrzehnten gegen die Regierung auflehnen.

Unterdessen wurden bei einem Bombenanschlag in der Stadt Peshawar im Nordwesten des Landes vier Mitglieder der Awami-National-Partei (ANP), einer Taliban-kritischen Bewegung, getötet und 20 verletzt. Nach Polizeiangaben explodierte die Bombe, als ANP-Mitglieder zu einer Sitzung in der Stadt eintrafen.

Am 11. Mai wird in Pakistan ein neues Parlament gewählt. Die radikalislamischen Taliban haben im Vorfeld mehreren Parteien mit Anschlägen gedroht.

Ex-Präsident Musharraf ausgeschlossen

Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf darf zu den Parlamentswahlen im Mai doch nicht antreten. Ein Gericht in der abgelegenen Region Chitral im Nordosten des Landes gab einer Klage gegen Musharrafs Kandidatur statt. Zuvor hatte diese Region als einzige dem früheren Militärmachthaber gestattet, an den Wahlen am 11. Mai teilzunehmen.

Zur Begründung hiess es, Musharraf habe während seiner Amtszeit die Verfassung ausser Kraft gesetzt und hochrangige Richter aus ihren Ämtern entfernt. Musharrafs Anwalt kündigte an, gegen die Entscheidung der Richter vor dem Obersten Gericht Beschwerde einzulegen, um doch eine Kandidatur zu ermöglichen.

Wegen der Aussetzung der Verfassung wird Musharraf Hochverrat vorgeworfen. Ein Gericht lud ihn deshalb kürzlich vor. Auf Hochverrat steht in Pakistan die Todesstrafe.

Musharraf war 1999 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen. 2008 sah er sich zum Rücktritt gezwungen, weil ihm ein Amtsenthebungsverfahren drohte. Er ging ins Exil, konnte aber am 24. März unbehelligt nach Pakistan zurückkehren, weil er zuvor eine Kaution gezahlt hatte. Mit der Kandidatur für die Parlamentswahl im Mai plante Musharraf ein politisches Comeback.

Doch nur wenige Menschen empfingen ihn bei seiner Rückkehr am Flughafen in Karachi. Der frühere Machthaber sieht sich diversen Vorwürfen wegen seines früheren Regierungsstils ausgesetzt. Unter anderem wird er mit dem Mord an der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto im Jahr 2007 in Verbindung gebracht. Die radikalislamischen Taliban sprachen Morddrohungen gegen ihn aus.

SDA/mw

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