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Blutiger Anschlag auf ein afghanisches Spital

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Spital in Afghanistan sind bis zu 35 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder. Die Taliban weisen jede Verantwortung zurück.

Direkt bei einem Spital in der Provinz Logar südlich von Kabul jagte ein Selbstmordattentäter am Samstag seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in die Luft. Der Anschlag im Distrikt Asra löste international Bestürzung aus. Der afghanische Präsident Hamid Karzai sagte, dies sei das Werk «barbarischer und ignoranter Feinde Afghanistans». Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Der Sprecher des Gouverneurs der Provinz Logar, Din Mohammed Darwisch, sagte am Nachmittag: «Nach dem jüngsten Bericht unseres Teams, das am Anschlagsort war, wurden 35 Menschen getötet und 23 weitere verletzt.» Die Klinik sei vollständig zerstört worden. Helfer suchten unter den Trümmern nach Verschütteten. In dem am stärksten betroffenen Flügel des Spitals seien vor allem Kinder behandelt worden.

Gebäude eingestürzt

Durch die Gewalt der Explosion stürzte das Gebäude ein und begrub mindestens 15 Menschen unter sich. «Im Moment helfen Anwohner, die Leichen oder Verletzten aus den Trümmern zu bergen», sagte der Gesundheitsminister der Provinz, Mohammed Saref Najebchail am Nachmittag.

Die Wachen hätten vergeblich versucht, den Selbstmordattentäter daran zu hindern, mit seinem Fahrzeug auf das Spitalgelände zu gelangen. Die Klinik war seinen Angaben zufolge erst vor Kurzem ausgebaut worden.

Scharfe Verurteilung

Das Innenministerium verurteilte die Bluttat: «Die Terroristen haben unschuldige afghanische Zivilisten attackiert und leider ist dies einer der schlimmsten Anschläge der vergangenen Wochen.»

Die Nato-geführte Internationale Schutztruppe Isaf teilte mit, sie werde mit ihren afghanischen Partnern zusammenarbeiten, um die Hintermänner zu finden. Erst am Freitag waren bei einem Anschlag in der nordafghanischen Provinz Kundus zehn Menschen getötet worden. Die UNO sprach von einer verabscheuungswürdigen Tat. Auch regierungsfeindliche Elemente, ein Begriff für die radikalislamischen Taliban und andere militante Gruppen in Afghanistan, müssten gemäss dem humanitären Völkerrecht Zivilisten schützen.

«Das ist ein verabscheuungswürdiger Anschlag gegen Zivilisten, die medizinische Hilfe brauchten oder Angehörige besuchten, und gegen die Menschen, die im Spital arbeiten», sagte der UNO-Sondergesandte für Afghanistan, Staffan de Mistura.

Taliban distanzieren sich

Die radikalislamischen Taliban wiesen jede Verantwortung für das Blutbad zurück. «Wir ermitteln gerade, wer hinter dem Anschlag steckt», sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Telefon und verwies ohne weitere Erklärung auf ausländische Geheimdienste.

Zivilisten gehören zu den Hauptleidtragenden des inzwischen fast zehnjährigen Krieges in Afghanistan. Allein im vergangenen Mai starben mehr als 360 Zivilisten - die weitaus meisten durch die Gewalt der Aufständischen, wie die Vereinten Nationen berichteten.

(SDA)

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