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Bewohner dürfen Homs nach über einem Jahr verlassen

Hoffnung für syrische Zivilisten: 3000 von ihnen dürfen wohl bald aus der von Regierungstruppen belagerten Stadt Homs ausreisen. In Aleppo wurden derweil Rebellen aus dem Gefängnis befreit.

Kleine Freuden in der zerstörten Stadt: Ein Mädchen beim Ballspielen in Homs. (30. Januar 2014)
Kleine Freuden in der zerstörten Stadt: Ein Mädchen beim Ballspielen in Homs. (30. Januar 2014)
Thaer Al Khalidiya, Reuters
Abgeschnitten: Ein Syrier such in Homs nach essbaren Kräutern für seine Familie. (1. Februar 2014)
Abgeschnitten: Ein Syrier such in Homs nach essbaren Kräutern für seine Familie. (1. Februar 2014)
Keystone
Posieren für die Kamera: Syrische Rebellen vor einem verbrannten Armeefahrzeug. (23. Februar 2012).
Posieren für die Kamera: Syrische Rebellen vor einem verbrannten Armeefahrzeug. (23. Februar 2012).
Keystone
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Die syrischen Bürgerkriegsparteien haben sich auf humanitäre Hilfe für rund 3000 Bewohnerinnen und Bewohner der syrischen Stadt Homs geeinigt. Zudem sollen notleidende Zivilisten die seit Monaten belagerte Stadt bald verlassen dürfen.

Der Gouverneur der Stadt, Talal al-Barasi, einigte sich mit den Vereinten Nationen, wie beide Seiten übereinstimmend mitteilten. UNO-Sprecher Farhan Haq bestätigte die Einigung auf eine «humanitäre Pause» und die Bereitstellung von Hilfe für etwa 2500 Menschen. Die Lage in der Altstadt von Homs, die seit zwei Jahren von Regierungstruppen belagert wird, gilt als äusserst kritisch. Nach Aktivistenberichten würden die Menschen dort bereits hungern.

Die Lage in Homs war auch Gegenstand der Syrien-Friedensgespräche, die Ende Januar in Genf begannen und am kommenden Montag dort fortgesetzt werden sollen. Damals war keine Einigung über Hilfe für die in Homs eingeschlossenen Menschen erzielt worden. Die Region um Homs ist seit langem Schauplatz erbitterter Kämpfe. Sie liegt im Zentrum des Landes an der strategisch wichtigen Autobahn zwischen Damaskus und Aleppo im Norden.

Rebellen aus Gefängnis befreit

In Aleppo, der umkämpften nördlichen Metropole, griffen indes Aufständische das Zentralgefängnis im Norden der Stadt an. Nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London gelang es ihnen, mehrere Hundert von insgesamt 3000 Gefangenen zu befreien.

Zuvor sprengte sich demnach ein Selbstmordattentäter der Nusra-Front am Eingangstor in die Luft und machte so den Weg für die Angreifer frei. Das Staatsfernsehen teilte hingegen mit, die Streitkräfte hätten einen Angriff von Terroristen auf das Gefängnis abgewehrt. Die Rebellen hatten in den vergangenen Monaten bereits zwei Mal mit Sprengstoff beladene Autos in die Tore gerammt.

An dem Angriff auf den Stützpunkt Kweiras östlich der Provinzhauptstadt Aleppo waren die Islamische Front, die Al-Kaida-nahe Nusra-Front und andere Rebellenfraktionen beteiligt, wie die Gruppen mitteilten. Sie riefen Zivilisten auf, sich ab Beginn der Offensive am Donnerstag für 24 Stunden von Militäreinrichtungen und Kontrollposten fernzuhalten.

Rebellenkämpfer versuchen den Militärstützpunkt bereits seit Monaten zu erobern, während gleichzeitig die Regierung viele von der Opposition kontrollierte Gegenden im Norden des Landes zurückgewinnen will. In den vergangenen Wochen konzentrierte sich der Einsatz der Truppen von Präsident Baschar al-Assad vor allem auf die Stadt Aleppo, wo einige Viertel seit 18 Monaten in der Hand der Rebellen sind.

Fassbomben abgeworfen

Allein in den vergangenen fünf Tagen seien durch sogenannte Fassbomben, die auf Rebellenviertel abgeworfen wurden, mindestens 246 Menschen in Aleppo getötet worden, teilte das Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte mit. Am Donnerstag habe es mindestens sieben Angriffe mit den mit Sprengstoff und Metallschrott gefüllten Tonnen gegeben, hiess es vom Aleppo-Medienzentrum. 14 Menschen seien bei einem davon im Bezirk Massaken Hanano ums Leben gekommen. Das Beobachtungszentrum gab die Zahl der Toten mit elf an.

Das staatliche syrische Fernsehen meldete, dass bei den Kämpfen ein lokaler Kommandant der islamistischen Al-Nusra-Front getötet wurde. Bei dem Mann soll es sich um einen Tschetschenen gehandelt haben. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sprach von 20 Soldaten und zehn Rebellen, die getötet wurden.

Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Schätzungen der UNO und von Aktivisten mehr als 130'000 Menschen getötet worden. Friedliche Demonstrationen gegen das Assad-Regime waren Anfang 2011 von den Sicherheitskräften blutig niedergeschlagen worden. Im Laufe der Zeit formierte sich ein bewaffneter Widerstand, der heute stark fragmentiert und von mehr oder weniger radikalen islamistischen Milizen geprägt ist.

SDA/sly

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