Seoul will Amerikanerin abschieben

Sie habe gegen das Anti-Pyongyang-Gesetz verstossen, wird einer US-Bürgerin vorgeworfen. Ihr droht nun die Ausschaffung aus Südkorea.

Sprach zu positiv über Nordkorea: Shin Eun-mi. (7. Januar 2015)

Sprach zu positiv über Nordkorea: Shin Eun-mi. (7. Januar 2015)

(Bild: Keystone)

Wegen lobender Äusserungen über Nordkorea droht einer Amerikanerin die Abschiebung aus Südkorea. Die Einwanderungsbehörde prüfe einen entsprechenden Antrag von Staatsanwälten, teilten Beamte in Seoul am Freitag mit. Die Justiz wirft der koreanischstämmigen Shin Eun-mi einen Verstoss gegen das Anti-Pyongyang-Sicherheitsgesetz vor.

Die Akademikerin postet regelmässig auf der populären südkoreanischen Nachrichtenwebseite OhmyNews Berichte über ihre Trips nach Nordkorea. Hintergrund der Vorwürfe ist eine Vorlesung im vergangenen November in Seoul, bei der Shin unter anderem vom Geschmack der Biere und der Sauberkeit der Flüsse in dem kommunistischen Nachbarland schwärmte.

Zudem berichtete sie von Treffen mit nordkoreanischen Überläufern in Südkorea. Sie hätten ihr gesagt, dass sie wieder zurückkehren wollten und von der Hoffnung der Nordkoreaner erzählt, dass Machthaber Kim Jong-un Wandel bringen möge.

In Südkorea drohen bei lobenden Kommentaren über Nordkorea bis zu sieben Jahre Haft. Allerdings fordern Kritiker eine Beseitigung des Anti-Pyongyang-Gesetzes, weil es die Redefreiheit einschränke. Befürworter argumentieren hingegen, es werde mit Blick auf die anhaltenden Drohungen aus dem Norden noch gebraucht.

In der Vergangenheit nutzten autokratische Führer in Südkorea das Gesetz jedoch auch, um politische Rivalen zu unterdrücken.

chk/AP

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