Japanische Opposition gegen Verlegung von US-Stützpunkt

Grosse Teile der Bevölkerung von Okinawa wollen den Abzug der amerikanischen Truppen von der japanischen Insel.

Unzufrieden: Die Bevölkerung von Okinawa hat über die Zukunft der US-Basis abgestimmt. (24. Februar 2019)

Unzufrieden: Die Bevölkerung von Okinawa hat über die Zukunft der US-Basis abgestimmt. (24. Februar 2019)

(Bild: Keystone Hitoshi Maeshiro)

Bei einem Referendum auf der japanischen Insel Okinawa stimmten die Bewohner am Sonntag gegen die geplante Verlegung eines umstrittenen US-Militärstützpunkts. Dem offiziellen Ergebnis zufolge lehnten rund 72 Prozent die geplante Verlegung der US-Basis Futenma aus städtischem Gebiet in eine ländliche Region ab. 19 Prozent votierten dafür, wie die örtliche Regierung mitteilte.

Die Volksbefragung ist jedoch nicht verbindlich, und die Zentralregierung hat bereits angekündigt, an der Verlegung festzuhalten.

Der Gouverneur von Okinawa, Denny Tamaki, nannte das Ergebnis «äusserst bedeutsam». Auf Okinawa herrscht seit langem grosser Unmut über die bestehende Basis für die Fliegerstaffel der US-Marineinfanterie inmitten eines dichtbesiedelten Gebiets. Seit 1996 wird daher über ihre Verlegung in eine entlegenere Gegend diskutiert.

Grosse Teile der Inselbevölkerung wollen aber, dass die US-Truppen ganz von der Insel abziehen. Sie verweisen darauf, dass sie eine unverhältnismässig grosse Last tragen, da mehr als die Hälfte der 47'000 US-Soldaten in Japan auf Okinawa stationiert ist.

Bauarbeiten haben bereits begonnen

Bei dem Referendum stimmten rund 434'000 Bewohner gegen die Verlegung des Stützpunktes. Der Gouverneur von Okinawa hatte eine Stimmenzahl von 290'000 für eine der drei Optionen zur Voraussetzung für die Anerkennung des symbolischen Referendums gemacht. Auf Druck Tokios gab es neben der Möglichkeit einer Zustimmung oder Ablehnung auch die Möglichkeit einer Stimmenthaltung. Die Beteiligung an dem Referendum betrug 52 Prozent.

Laut einer Umfrage der Zeitung «Asahi Shimbun» aus der vergangenen Woche lehnen 59 Prozent der 1,15 Millionen Stimmberechtigten den Bau einer neuen Basis in unberührter Natur ab. 16 Prozent stimmen ihm zu. 80 Prozent fordern, dass die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe das Ergebnis der Volksbefragung respektiert, doch gilt dies als wenig wahrscheinlich. Die Bauarbeiten für die neue Landebahn der US-Marines, die zum Teil ins Meer hineinragen wird, haben bereits begonnen.

Der US-Stützpunkt auf der Insel Okinawa im Süden Japans. (Bild: Google Maps)

fal/afp

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