Japan präsentiert das grösste Kriegsschiff seit dem Zweiten Weltkrieg

248 Meter lang: Das japanische Verteidigungsministerium hat den Helikopterträger Izumo vorgestellt. Das Schiff ist auch eine Drohung an die Adresse Chinas – und zudem irritiert der Termin der Präsentation.

  • loading indicator

Japan hat das grösste Kriegsschiff vorgestellt, welches das Land seit dem Zweiten Weltkrieg besessen hat. Der 248 Meter lange Helikopterträger Izumo wurde in einer Zeremonie in Yokohama präsentiert, bei der auch Vizeregierungschef Taro Aso zugegen war. Das Schiff soll unter anderem im anhaltenden Streit mit China um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer eine Rolle spielen. Peking reagierte prompt mit Kritik auf die Präsentation.

«Wir sind besorgt über den ständigen Ausbau der militärischen Ausrüstung Japans», teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Die Nachbarländer sollten dies «mit hoher Wachsamkeit» beobachten. Japan selbst solle «sein Versprechen einhalten, den Weg zu einer friedlichen Entwicklung einzuschlagen», verlangte das Ministerium.

Rettungs- und Kriegsschiff

Das neue Kriegsschiff kann nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums neun Hubschrauber transportieren und wird voraussichtlich 2015 in Dienst gestellt. Die Izumo soll sowohl für Rettungseinsätze als auch für die Verteidigung von Schifffahrtswegen und Gebietsansprüchen verwendet werden.

Japan kontrolliert die unbewohnten Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer, die unter dem Namen Diaoyu auch China für sich beansprucht. Taiwan reklamiert die Inseln ebenfalls für sich. Japan streitet sich ausserdem mit Südkorea über Gebietsfragen.

Die Vorstellung des neuen Hubschrauberträgers steht auch in Zusammenhang mit Plänen der konservativen Liberaldemokraten von Regierungschef Shinzo Abe, die sogenannten Selbstverteidigungskräfte Japans zu einer normalen Armee umwandeln. Dafür müsste jedoch die pazifistische Verfassung des Landes geändert werden, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA verfügt worden war.

Für Irritationen sorgte nun die Tatsache, dass die Vorstellung der Izumo zeitlich mit dem Gedenktag für den Atombombenabwurf auf Hiroshima vor 68 Jahren zusammenfiel. Nach Angaben der Regierung in Tokio war die Terminüberschneidung rein zufällig.

mw/AFP

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt