China baut Insel-Festungen

Satellitenbilder zeigen, dass Peking im Südchinesischen Meer gleich mehrere künstliche Inseln baut. Sechs Nationen erheben Anspruch auf eine Inselgruppe in dieser Region.

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Satellitenbilder zeigen, dass China seit einigen Monaten massive Bemühungen unternimmt, um seine Position im Südchinesischen Meer zu festigen. Wie das «Wall Street Journal» (WSJ) berichtet, hat Peking vor einiger Zeit mit dem Bau mehrerer künstlicher Inseln begonnen. Demnach finden die Bauarbeiten auf drei Atollen der Spratly-Inseln statt. Um die Zugehörigkeit der Inselgruppe besteht seit Jahrzehnten ein Streit zwischen China, Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und den Philippinen.

Das WSJ beruft sich in seinem Bericht auf Satellitenbilder, welche vom Militärverlag IHS Jane’s analysiert wurden. Allein auf dem Hugh-Riff haben die Chinesen eine künstliche Insel gebaut, die eine Fläche von 14 Fussballfeldern aufweist. Die Insel umfasst ein Betonwerk, ein Helikopterflugfeld und zwei Landungsbrücken für Schiffe. Auf dem Johnson-South-Riff und dem Gaven-Riff befinden sich zwei weitere Inseln im Bau.

Betankungsmöglichkeit für Luftwaffe

Die Analysten von IHS Jane’s gehen davon aus, dass sich Peking eine Reihe von Insel-Festungen baut, um die Kontrolle zur See und zu Luft zu festigen. Während chinesische Flieger vom Festland aus einfach über dem Ostchinesischen Meer patrouillieren können, ist dies im Südchinesischen Meer schwieriger. Die neuen Festungen könnten von der Luftwaffe zum Betanken von Flugzeugen genutzt werden.

Die Bauarbeiten begannen offenbar nach dem Beginn von Xi Jinpings Präsidentschaft 2012. In den vergangenen zwölf Monaten wurden die Arbeiten intensiviert. Daniel Russel, Mitarbeiter des US-Aussenministeriums, sagte gegenüber dem WSJ, man habe China mehrmals gebeten, die Bauarbeiten zu stoppen. «Diese Landgewinnung stellte alles in den Schatten, was irgendein anderes Land in dieser Region in den vergangenen Jahren gebaut hat», so Russel. Chinas Expansion beisse sich stark mit dem Versprechen Pekings, Provokationen im Südchinesischen Meer zu unterlassen.

kpn

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