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Imagekorrektur im Terroristenviertel

Die Brüsseler Gemeinde Molenbeek wehrt sich mit einer Friedensdemo gegen das Image als Hochburg der Terroristen. Die Familie des Attentäters Abdeslam zündet Kerzen an.

Mohamed Abdeslam, Bruder des Selbstmordattentäters Ibrahim, zündet auf dem Balkon bei der Kundgebung in Molenbeek Kerzen für die Terror-Opfer an (18. November 2015).
Mohamed Abdeslam, Bruder des Selbstmordattentäters Ibrahim, zündet auf dem Balkon bei der Kundgebung in Molenbeek Kerzen für die Terror-Opfer an (18. November 2015).
Reuters

Die Polizisten am Zugang zur Place Communale von Molenbeek nehmen es genau. Jeder, der zur Kundgebung will, wird abgetastet und muss seinen Rucksack durchsuchen lassen. Die Dämmerung fällt über Molenbeek und langsam füllt sich der Platz. Eine lokale Bürgerinitiative hat mobilisiert. Die Initiatoren haben aufgerufen, hundert Kerzen mitzubringen, «in Erinnerung an die Opfer des Terrorismus in Paris und in der ganzen Welt». Doch es geht auch darum, ein Zeichen gegen die Stigmatisierung einer Gemeinde zu setzen. «Wir demonstrieren für Frieden und gegen den Hass», sagt Malika Sazzi, eine der Organisatorinnen. Sie wehrt sich gegen das Bild von Molenbeek als Hort der Terroristen und Jihadisten. Es müsse Schluss sein mit der Generalisierung. Molenbeek sei nicht das Herz der Finsternis. Eine Gemeinde mit knapp 100'000 Einwohnern versucht, nach einem schweren Schock wieder auf die Füsse zu kommen. Molenbeek hat jetzt weltweit einen Ruf. Immerhin kommen zwei der Attentäter aus der Brüsseler Gemeinde. Ibrahim Abdeslam hat sich in Paris direkt am Stade de France in die Luft gesprengt. Bruder Salah ist noch immer auf der Flucht. Die Brüder haben in der Wohnung direkt an der Place Communale gewohnt.

«Wir sind heute alle Franzosen»: Bewohner des Problemviertels Molenbeek halten eine Mahnwache für die Opfer der Anschläge in Paris. (Bild: AFP, 18. November 2015)
«Wir sind heute alle Franzosen»: Bewohner des Problemviertels Molenbeek halten eine Mahnwache für die Opfer der Anschläge in Paris. (Bild: AFP, 18. November 2015)

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