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Westen laut Rohani schuld am Aufstieg des Terrorismus

Irans Präsident Hassan Rohani warf der Terrormiliz IS in seiner Rede vor der UNO Zerstörung der Zivilisation vor. Gleichzeitig schoss er aber auch gegen den Westen.

Forderte vom Westen Flexibilität: Hassan Rohani während seiner Rede in New York. (25. September 2014)
Forderte vom Westen Flexibilität: Hassan Rohani während seiner Rede in New York. (25. September 2014)
Keystone

Der Präsident des Iran, Hassan Rohani, hat dem Westen vorgeworfen, für den Aufstieg des Terrorismus in der Welt verantwortlich zu sein. Die strategischen Fehler des Westens im Nahen Osten, in Zentralasien und dem Kaukasus hätten diese Gebiete in einen «Himmel für Terroristen» verwandelt.

Die verfehlte Strategie zeige sich in militärischen Aggressionen gegen den Irak und Afghanistan und einer falschen Einschätzung der Entwicklung in Syrien, sagte der als gemässigt geltende Staatspräsident vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Es war der zweite Auftritt Rohanis bei der UNO-Vollversammlung. Sein Vorgänger Mahmoud Ahmadinejad hatte in New York mehrfach für einen Eklat gesorgt, indem er den Westen oder Israel beschimpfte.

Rohani schiesst gegen die Medien

Rohani betonte, Terrorismus sei das Ergebnis von Armut, Unterentwicklung, Diskriminierung, Demütigung und Ungerechtigkeit. «Man muss diese Wurzeln kennen, wenn man die Quellen des Terrorismus austrocknen will.» Der Westen habe das nicht begriffen.

Die heutige Feindseligkeit gegen den Westen sei das Ergebnis des Kolonialismus von gestern und des Rassismus von gestern. Dennoch vertraue der Westen im Kampf gegen den Terror nicht auf andere.

Auch Vorwürfe gegen IS

Auch der Iran schaut mit Sorge auf die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die Teile des Irak und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hat. Rohani verwahrte sich dagegen, die Extremistengruppe als «islamisch» zu bezeichnen. Er warf den westlichen Medien vor, diese «falsche Behauptung» zu wiederholen und damit islamfeindliche Einstellungen zu befördern.

Gleichzeitig warf Rohani den Extremisten im Nahen Osten vor, die Zivilisation zu zerstören und Feindschaft gegen den Islam zu schüren. Dies schaffe «fruchtbaren Boden für weitere Interventionen durch ausländische Kräfte in unserer Region».

Keine Rede von Misshandlungen

Rohani nannte die Sanktionen von UNO, EU und USA wegen des iranischen Atomprogramms «einen strategischen Fehler gegen eine moderate und unabhängige Nation». Sein Land wolle sich nur entwickeln und kenne keine aggressive Politik. Es sei «ein Mythos», dass Teheran Muslime in anderen Ländern kontrollieren wolle.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sah die Situation kritischer. Rohani erwähne in seiner Rede nicht die Misshandlungen friedlicher Demonstranten, von Aktivisten und Journalisten durch die Sicherheitskräfte, sagte Philippe Bolopion von HRW. Rohanis Regierung müsse sich daran messen lassen, wenn im Namen dieser Regierung Menschenrechte verletzt würden.

SDA/kpn

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