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«Was Raúl Castro macht, wollte Fidel nie»

Kuba will in einer Sonderwirtschaftszone den Kapitalismus erproben, um die Wirtschaft zu beleben. Korrespondent Oscar Alba über das grösste Infrastrukturprojekt Kubas seit der Revolution 1959.

Vincenzo Capodici
In Mariel, 45 Kilometer von Havanna entfernt, will sich Kuba dem globalen Kapital und Handel anbieten. In der «Zone zur Entwicklung» gelten andere Regeln als im restlichen Kuba.
In Mariel, 45 Kilometer von Havanna entfernt, will sich Kuba dem globalen Kapital und Handel anbieten. In der «Zone zur Entwicklung» gelten andere Regeln als im restlichen Kuba.
Oscar Alba
Der kubanische Präsident Raúl Castro hat erkannt, dass seine bisherigen Reformen nicht genügen, um die angeschlagene Wirtschaft des Landes in Schwung zu bringen.
Der kubanische Präsident Raúl Castro hat erkannt, dass seine bisherigen Reformen nicht genügen, um die angeschlagene Wirtschaft des Landes in Schwung zu bringen.
Keystone
Der 87-jährige Fidel Castro, einst der Máximo Líder Kubas, ist zwar noch da, hat aber offenbar keinen Einfluss mehr auf die Politik seines Bruders Raúl. Bild: Fidel Castro bei einer Kunstveranstaltung am 9. Januar 2014 in Havanna.
Der 87-jährige Fidel Castro, einst der Máximo Líder Kubas, ist zwar noch da, hat aber offenbar keinen Einfluss mehr auf die Politik seines Bruders Raúl. Bild: Fidel Castro bei einer Kunstveranstaltung am 9. Januar 2014 in Havanna.
Keystone
Ausländische Unternehmen sollen Kapital bringen und Arbeitsplätze schaffen – das ist das, was Kuba dringend benötigt. Solche Sonderwirtschaftszonen gibt es zum Beispiel in China – und die Resultate sind Erfolg versprechend.
Ausländische Unternehmen sollen Kapital bringen und Arbeitsplätze schaffen – das ist das, was Kuba dringend benötigt. Solche Sonderwirtschaftszonen gibt es zum Beispiel in China – und die Resultate sind Erfolg versprechend.
AFP
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff (vorne) – hier bei der Ankunft in Havanna – ist Gast bei der Einweihung des ersten Containerterminals in Mariel. Hinter dem Projekt stehen auch Banken und Bauunternehmen aus Brasilien.
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff (vorne) – hier bei der Ankunft in Havanna – ist Gast bei der Einweihung des ersten Containerterminals in Mariel. Hinter dem Projekt stehen auch Banken und Bauunternehmen aus Brasilien.
Keystone
Die Sonderwirtschaftszone mit dem neuen Hafen, wo Kuba den Kapitalismus erproben will, liegt wirtschaftsstrategisch sehr gut, nahe beim Panamakanal und den USA.
Die Sonderwirtschaftszone mit dem neuen Hafen, wo Kuba den Kapitalismus erproben will, liegt wirtschaftsstrategisch sehr gut, nahe beim Panamakanal und den USA.
Keystone
Mariel wurde 1980 bekannt, weil von dort aus in einem Massenexodus 125'000 Kubanerinnen und Kubaner mit Flossen und Kleinbooten übers Meer in die USA flüchteten. Bild: Ein Fischerboot mit kubanischen Flüchtlingen trifft in der Marinebasis in Key West, Florida, ein. (30. April 1980)
Mariel wurde 1980 bekannt, weil von dort aus in einem Massenexodus 125'000 Kubanerinnen und Kubaner mit Flossen und Kleinbooten übers Meer in die USA flüchteten. Bild: Ein Fischerboot mit kubanischen Flüchtlingen trifft in der Marinebasis in Key West, Florida, ein. (30. April 1980)
Keystone
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Kuba baut westlich von Havanna einen Megahafen mit Sonderwirtschaftszone. Wie viel Verzweiflung des Castro-Regimes steckt hinter diesem Projekt? Verzweiflung mag vielleicht eine gewisse Rolle spielen. Es ist aber vor allem die Erkenntnis von Präsident Raúl Castro, dass seine bisherigen Reformen nicht genügen, um die kubanische Wirtschaft in Schwung zu bringen. Deshalb setzt Kuba nun derart stark auf diese neue Sonderwirtschaftszone. Da hat Castros Regierung lokal begrenzt andere Gesetze und Regeln erlassen, die ausländische Investoren unter anderem mit Steuerprivilegien anlocken sollen. Ausländische Unternehmen sollen Kapital bringen und Arbeitsplätze schaffen – das ist das, was Kuba dringend benötigt. Solche Sonderwirtschaftszonen haben andere Länder, insbesondere China, schon mit Erfolg erprobt.

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