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Was der Justizminister den Eltern von Michael Brown verspricht

Die «erfahrensten Ermittler und Staatsanwälte» werden den Tod des schwarzen Teenagers untersuchen, versicherte US-Justizminister Eric Holder bei seinem Besuch in Ferguson.

Das US-Justizministerium schaltet sich ein: Polizei von Ferguson. (30. August 2014)
Das US-Justizministerium schaltet sich ein: Polizei von Ferguson. (30. August 2014)
AFP
Nichts soll den Namen Michael Brown beschmutzen: Der Bürgerrechtler Al Sharpton (Mitte) neben dem Vater des getöteten schwarzen Jugendlichen.
Nichts soll den Namen Michael Brown beschmutzen: Der Bürgerrechtler Al Sharpton (Mitte) neben dem Vater des getöteten schwarzen Jugendlichen.
Keystone
Nach dem tödlichen Ereignis zogen Tausende durch den Vorort von St. Louis.
Nach dem tödlichen Ereignis zogen Tausende durch den Vorort von St. Louis.
Keystone
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Zweieinhalb Wochen nach dem Tod eines schwarzen Teenagers hat US-Justizminister Eric Holder am Mittwoch die von Protesten erschütterte US-Kleinstadt Ferguson besucht. Bei mehreren Treffen versprach er eine faire Untersuchung der tödlichen Polizeischüsse.

Er habe die «erfahrensten Ermittler und Staatsanwälte» damit beauftragt, den Tod von Michael Brown zu untersuchen, versicherte der Minister. Zuvor hatte er sich mit Studenten, Lokalpolitikern und aufgebrachten Bewohnern des Vorortes von St. Louis im Bundesstaat Missouri getroffen.

«Unsere Untersuchung ist anders», entgegnete Holder auf den Vorwurf vieler Bürger, dass die Polizei den Schützen aus den eigenen Reihen in Schutz nehmen werde. Vor einem weiteren Treffen mit Beamten der Bundespolizei FBI sagte Holder, er hoffe, dass sein Besuch in Ferguson einen «beruhigenden Einfluss» haben werde.

Familie von Michael Brown getroffen

Bei seinem Besuch in der Kleinstadt Ferguson hat US-Justizminister Eric Holder am Mittwoch auch mit der Familie des getöteten schwarzen Teenagers Michael Brown gesprochen. Bei dem 20-minütigen Treffen versprach Holder den Eltern eine «faire und unabhängige Untersuchung» der tödlichen Polizeischüsse auf ihren Sohn. Ähnlich hatte sich der Minister bereits in Gesprächen mit Studenten und aufgebrachten Bewohnern des Vorortes von St. Louis geäussert

Am 9. August war in Ferguson der unbewaffnete schwarze Teenager Michael Brown von einem weissen Polizisten getötet worden. Seitdem wird die Stadt von schweren Ausschreitungen erschüttert. Am Montag waren bei Zusammenstössen zwei Menschen durch Schüsse aus den Reihen der Demonstranten verletzt worden. Dutzende Menschen wurden festgenommen. Am Dienstagabend waren die Proteste zwar vergleichsweise friedlich verlaufen. Die Polizei nahm jedoch 47 Demonstranten fest, weil sie mit Wasser und Urin gefüllte Flaschen auf Einsatzkräfte schleuderten.

Weisse unterstützten den Schützen

Am Mittwochabend führten mehrere Pastoren, ein Rabbi und ein Imam einen Protestzug von rund 100 Menschen zum Büro der Staatsanwaltschaft von St. Louis County in Clayton an. In Ferguson versammelten sich rund 50 Demonstranten im Regen. Nach Augenzeugenberichten kam es kurzzeitig zu Spannungen, als zwei Weisse Schilder für den Polizisten Darren Wilson hochhielten. Polizisten leiteten sie unter Pfiffen und Buhrufen weg.

Die örtliche Polizei geriet wegen ihres aggressiven Vorgehens in die Kritik und wurde abgezogen. US-Präsident Barack Obama rügte die «exzessive Gewalt» der Einsatzkräfte. Gouverneur Jay Nixon verhängte den Ausnahmezustand und entsandte die Nationalgarde in die Kleinstadt. Der Fall löste landesweit eine Debatte über Rassismus in den Reihen der Polizei aus.

Am Mittwoch wollte eine sogenannte Grand Jury erste Zeugen in dem Fall anhören. Das Gremium entscheidet, ob gegen den Todesschützen ein Verfahren eröffnet wird. Browns Familie verlangt, dass der Polizist wegen Mordes angeklagt wird. Der 28-Jährige wurde Medienberichten zufolge inzwischen vom Dienst befreit.

sda/AFP/chk

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