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Vom Busfahrer zum wichtigsten Mann Venezuelas

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Sein Stellvertreter zieht ab jetzt die Fäden: Nicolás Maduro – der neue vorläufige Präsident Venezuelas.

Vereidigt: Nicolás Maduro ist bis zu den Neuwahlen der Präsident Venezuelas. (8. März 2013)
Vereidigt: Nicolás Maduro ist bis zu den Neuwahlen der Präsident Venezuelas. (8. März 2013)
Reuters
Wunschkandidat von Hugo Chávez: Der Interimspräsident Maduro erhebt nach der Vereidigung die rechte Faust. (8. März 2013)
Wunschkandidat von Hugo Chávez: Der Interimspräsident Maduro erhebt nach der Vereidigung die rechte Faust. (8. März 2013)
Reuters
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Nach dem Tod von Venezuelas Präsident Hugo Chávez soll sein Stellvertreter Nicolás Maduro nun die Lücke füllen, die der Linksnationalist hinterlässt. An ihm war es auch, die Nachricht vom Tod des langjährigen Staatschefs gestern zu verkünden: «Wir haben soeben die schwerste und tragischste Information erhalten, die wir unserem Volk ankündigen können», sagte Maduro im Staatsfernsehen.

Mit dem Tod des Präsidenten übernimmt der frühere Busfahrer und Gewerkschafter jetzt die Führung der chavistischen Bewegung - zumindest bis zu den binnen 30 Tagen stattfinden Neuwahlen. Die schwere Krebserkrankung Chávez' liess Maduro zuletzt zum Kronprinzen aufsteigen. Schon in den vergangenen Wochen, in denen sich der Gesundheitszustand des Staatschefs rapide verschlechtert hatte, führte Maduro de facto die Amtsgeschäfte.

«Ein Revolutionär durch und durch»

Nach seinem erneuten Wahlsieg Anfang Oktober hatte Chávez Maduro zunächst zu seinem Vize ernannt. Bevor er Mitte Dezember zu einer weiteren Operation nach Kuba aufbrach, empfahl er ihn seinen Anhängern dann auch als möglichen Nachfolger. Der 50-jährige Maduro sei «ein Revolutionär durch und durch», sagte Chávez. «Mit seiner starken Hand, seiner Vision, seinem Herzen eines Manns des Volkes» habe Maduro die Fähigkeit zur Führung des Landes.

Maduro gilt als einer der treusten Gefolgsleute und Weggefährten von Chávez. Als der Linkspopulist 1999 erstmals Präsident wurde, errang Maduro als Mitglied seiner Bewegung einen Parlamentssitz. 2005 wurde er Parlamentspräsident, bevor Chávez ihn ein Jahr später zum Aussenminister ernannte.

Breitschultrige Politiker

Treu vertrat er Chávez' «anti-imperialistischen» Kurs und trug dessen Unterstützung für Syrien, den Iran und Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi mit. Über Maduros Privatleben ist wenig mehr bekannt, als dass er mit der Generalstaatsanwältin Cilia Flores verheiratet ist.

Zwar galt der hochgewachsene und breitschultrige Politiker mit dem markanten Schnurrbart bislang als moderater und konzilianter als Chávez - Weggefährten beschrieben ihn als freundlich, zugänglich und dialogbereit. Doch seit er die täglichen Amtsgeschäfte führt, hat er sich zunehmend von seiner «chavistischen» Seite gezeigt. «Es ist klar, dass Maduro diese Taktik anwendet, um seine Macht zu festigen», sagt der Chef des Umfrageinstituts Datanálisis, Luis Vicente León. Es handele sich um eine «harte Taktik der Radikalisierung und Einschüchterung interner und externer Rivalen».

Zwei US-Diplomaten ausgewiesen

Vor allem gegenüber der seiner Meinung nach «dekadenten» Opposition verschärfte Maduro den Ton. Den Gouverneur Henrique Capriles, der Chávez bei der Wahl im Oktober unterlag, nannte er den «Prinzen einer parasitären Bourgeosie». «Wir schwören, dass kein kleiner Bourgeois jemals wieder die Menschen abzockt», sagte Maduro erst vergangene Woche bei einem öffentlichen Auftritt.

Auch wandte er sich gegen das US-«Imperium» - kurz nach Chávez' Tod liess er zwei US-Diplomaten wegen Vorwürfen der «Destabilisierung» Venezuelas ausweisen. Den «historischen Feinden» Venezuelas warf er vor, hinter Chávez' Krebserkrankung zu stecken.

Kann er den «Commandante» ersetzen?

Maduro wird bedeutender Einfluss auf die verschiedenen Flügel der «Chavisten» zugeschrieben. Gerüchte über einen aufziehenden Machtkampf mit Parlamentspräsident Diosdado Cabello wiesen beide zurück. Cabello gilt als grösster möglicher Rivale Maduros innerhalb der Partei. Sie seien «einiger als je zuvor», versicherte Maduro vor einigen Wochen. Und Cabello sagte, die Opposition werde «2000 Jahre» darauf warten müssen, dass die Erben von Chávez sich zerstritten.

Zwar tritt Maduro bei den Neuwahlen als Spitzenkandidat der Regierungspartei an, es bleibt aber ungewiss, ob er den «Commandante», der die venezolanische Politik seit seiner ersten Wahl vor 14 Jahren unangefochten dominierte, ersetzen kann. Auf den Strassen von Caracas sagen zwar viele Chavisten, dass Maduro seine Sache gut mache und sie für ihn stimmen würden. Dennoch sei Chávez die Art von Staatschef gewesen, die es nur einmal im Leben gebe.

AFP/mrs/bru

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