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Verlor der Präsident den Code für die Bombe?

Bill Clinton hat während seiner Amtszeit als amerikanischer Präsident laut einem General den Code verlegt, der zum Abschuss nuklearer Raketen erforderlich ist.

Der Präsident als Sicherheitsrisiko? Clinton im Juli 1997 mit zwei hochrangigen Generälen im Rosengarten des Weissen Hauses.
Der Präsident als Sicherheitsrisiko? Clinton im Juli 1997 mit zwei hochrangigen Generälen im Rosengarten des Weissen Hauses.
Keystone

Dies schreibt der pensionierte General Hugh Shelton nach Medienberichten in seinen soeben veröffentlichten Memoiren. Monatelang sei die Karte mit dem Zahlensystem verschwunden geblieben, schreibt Shelton im Buch «Without Hesitation: The Odyssey of an American Warrior» (deutsch: «Ohne Zögern: Die Odyssee eines amerikanischen Kriegers»).

Demnach flog die Sache erst auf, als die Karte – wie dies stets in regelmässigen Abständen erfolgt – durch eine neue ersetzt werden sollte. Da habe dann ein Mitarbeiter des Präsidenten schliesslich zugegeben, dass die alte Karte verlegt worden sei. «Zu einem Zeitpunkt der Clinton-Regierung waren die Codes tatsächlich abhanden gekommen», schrieb Shelton in seinem Buch weiter, «das war ein dickes Ding, ein gigantisches Ding.»

Der Vier-Sterne-General Shelton hatte unter anderem als Chairman der Joint Chiefs of Staff gedient. Im Laufe seiner Militärkarriere war er als Kommandant im Einsatz in Vietnam und im Golfkrieg. Ausserdem hatte er mehrere Kaderpositionen in der Rüstungsindustrie inne.

Zwei Codesysteme als Absicherung

Eine Stellungnahme von Bill Clinton wurde bislang nicht publiziert. Wann immer ein Präsident auf Reisen ist, ist ein Offizier mit einem gepanzerten Koffer in seiner Nähe. Dieser Koffer, «Football» genannt, enthält ein zweites Codesystem zum Start von Atomwaffen. Zum Öffnen ist die als «Biscuit» bekannte Karte nötig – wie jene, die laut Shelton irgendwann im Jahr 2000 verloren ging.

Ausreden gegenüber Offizieren

Bei zwei Gelegenheiten, so zitieren amerikanische Medien aus Sheltons Buch, hätten Mitarbeiter des Weissen Hauses Militärvertretern auf Anfragen gesagt, die Karte könne derzeit nicht ausgewechselt werden: Der Präsident habe sie bei sich; er befinde sich in einer Konferenz und könne nicht gestört werden. Das habe sich dann als falsch herausgestellt.

SDA/raa

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