Zum Hauptinhalt springen

USA wollen geschwächte IS-Führung zerschlagen

Nach der Tötung hochrangiger IS-Mitglieder erwägt das Pentagon eine Truppenaufstockung im Irak. Damit soll die Gefahr von Anschlägen im Westen gemindert werden.

Wollen die US-Truppen im Irak verstärken: General Joseph Dunford (r.) und Pentagon-Chef Ash Carter bei einer Medienkonferenz im Pentagon. (25. März 2016)
Wollen die US-Truppen im Irak verstärken: General Joseph Dunford (r.) und Pentagon-Chef Ash Carter bei einer Medienkonferenz im Pentagon. (25. März 2016)
Mauel Balce Ceneta/AP, Keystone

Die USA wollen die IS-Führungsriege eliminieren und haben dabei nach eigenen Angaben weitere Erfolge erzielt. Auch auf dem Schlachtfeldern um Palmyra ist die Terrormiliz weiter unter Druck. Die Streitkräfte im Irak sollen laut Wunsch des Pentagons verstärkt werden. Nach der Tötung hochrangiger Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat zieht das US-Verteidigungsministerium eine Erhöhung der Truppenstärke im Irak in Betracht.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, General Joseph Dunford, sagte am Freitag, Vorschläge über Wege zum Ausbau der Unterstützung seines Landes für die irakischen Bodentruppen im Kampf gegen den IS würden bald mit Präsident Barack Obama diskutiert. Pentagonchef Ashton Carter sagte, unter den getöteten IS-Kommandeuren sei vermutlich auch der für die Finanzen der Miliz verantwortliche Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli alias Hadschi Imam.

Anschläge gegen den Westen mindern

«Der Minister und ich glauben beide, dass es in den kommenden Wochen eine Aufstockung der US-Truppen im Irak geben wird, aber diese Entscheidung wurde noch nicht getätigt», sagte Dunford. Wie gross der Anstieg sein soll, sagte er nicht.

Al-Kaduli sei ein bekannter Terrorist, der in Terrorpläne ausserhalb des Irak und Syriens verwickelt gewesen sei, sagte Carter an Dunfords Seite. Die Tötung von Mitgliedern des «Kabinetts» des IS mindere die Fähigkeit der Terrormiliz, Anschläge gegen den Westen zu verüben oder anzuzetteln. Carter räumte ein, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach Führungsmitglieder des IS getötet und dann einfach wieder ersetzt wurden. «Aber diese Anführer waren schon lange dabei. Sie sind hochrangig, sie sind erfahren», sagte er.

Weiterer IS-Kader getötet

Erst vor kurzem hatten die USA den Tod von Omar al-Schischani gemeldet, des sogenannten «Kriegsministers» des IS. Im November erklärte das Pentagon, bei einem Luftangriff in Libyen sei der IS-Kommandeur Abu Nabil ums Leben gekommen.

Ob Al-Kaduli im Irak oder in Syrien getötet wurde, wollte Carter nicht beantworten. Aus Regierungskreisen hiess es, die Tötung sei bei einer Razzia von US-Kräften in Syrien erfolgt. Zudem sei ein weiterer Topvertreter der Miliz bei einem US-Luftangriff in Mossul getötet worden. Carter identifizierte den Mann als Abu Sarah, der einer der Verantwortlichen für die Bezahlung von Kämpfern im Nordirak gewesen sei.

Anschlag mit 29 Toten

Auch auf dem Boden blieb der IS unter Druck. Syrische Regierungstruppen eroberten am Freitag bei ihrem Vormarsch auf die antike Stadt Palmyra eine Zitadelle, wie Staatsmedien und die Syrische Beobachtungsstele für Menschenrechte übereinstimmend berichteten. Syrische und russische Kampfflugzeuge hätten zudem 56 Ziele innerhalb der noch grossteils vom IS kontrollierten Stadt getroffen. Nach einem Bericht des libanesischen Senders Al-Majadin schnitten Regierungstruppen Palmyra auch von Karjatajn, einer weiteren IS-Bastion, ab.

Im Irak eroberten Regierungstruppen und sunnitische Stammeskämpfer die Stadt Kubeisa vom IS zurück, wie ein Militärsprecher sagte. Gleichzeitig verübte die Terrormiliz aber einen weiteren schweren Anschlag mit 29 Toten in der Nähe von Bagdad. Ein Selbstmordattentäter habe seinen Sprengsatz in einem Fussballstadion in Iskanderija gezündet, einer Stadt 40 Kilometer südlich von Bagdad, hiess es aus irakischen Sicherheitskreisen. 60 Menschen seien verletzt worden. Der IS bekannte sich zu der Tat, wie die auf die Beobachtung von Extremistenseiten im Internet spezialisierte Organisation Site mitteilte.

IS verliert offenbar zwei wichtige Distrikte an syrischer Grenze

Nach Angaben des irakischen Militärs hat der IS zwei wichtige Distrikte an der Grenze zu Syrien verloren. Kämpfer der Jesiden und von irakischen Stämmen hätten die Islamisten dort vertrieben.

Bei den befreiten Distrikten handelt es um Um al-Diban und Um Dschurais in der Region Sindschar, wie es am Freitag in einer Erklärung des Militärs hiess, die im staatlichen Fernsehen verlesen wurde. Damit sei eine zentrale Nachschubroute des IS abgeschnitten. Die Islamisten waren im Sommer 2014 im Irak in die Gebiete der Jesiden-Volksgruppe eingedrungen. Dabei töteten sie Tausende Menschen. Der IS bezeichnet die Jesiden als Teufelsanbeter.

SDA/chi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch