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USA geben weltweite Reisewarnung aus

Ins Visier geraten könnten U-Bahnen, Züge, Flugzeuge und Boote: Die USA warnen ihre Bürger vor drohenden Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida. Mehrere westliche Staaten schliessen vorübergehend Botschaften.

Die US-Regierung fürchtet, Vertretungen des Landes oder ihre Bürger könnten in nächster Zeit vermehrt ins Visier von Extremisten geraten: Eine Frau hält einen US-Pass. (Archivbild 2011)
Die US-Regierung fürchtet, Vertretungen des Landes oder ihre Bürger könnten in nächster Zeit vermehrt ins Visier von Extremisten geraten: Eine Frau hält einen US-Pass. (Archivbild 2011)
Keystone

Aus Angst vor Terroranschlägen der al-Qaida und anderer Organisationen schliessen mehrere westliche Länder am Wochenende vorrübergehend Botschaften im Nahen Osten. Die USA gaben am Freitag wegen erhöhter Terrorgefahr eine weltweite Reisewarnung heraus und kündigten an, 21 Botschaften und Konsulate in Nahost am Sonntag nicht zu öffnen.

Grossbritannien schliesst seine Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa am Sonntag und Montag. Eine Sprecherin des britischen Aussenministeriums sagte am Freitagabend, es handle sich um eine «Vorsichtsmassnahme». Auch die deutsche Vertretung im Jemen bleibe an diesen beiden Tagen aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Aussenamtssprecher am späten Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Weitere Details zu den Hintergründen nannte er nicht.

Touristenorte und öffentlicher Verkehr

Nach Angaben des US-Aussenministeriums planen al-Qaida-Terroristen und ihre Verbündeten weiterhin Terroranschläge «sowohl in der Region, als auch darüber hinaus». Kritisch sei der Zeitraum «zwischen jetzt und Ende August».

In der Reisewarnung werden US-Bürger dazu aufgefordert, besondere Vorsicht bei Auslandsreisen walten zu lassen und sich bei Konsulaten und Botschaften ihrer Gastländer registrieren zu lassen. Konkret warnte das State Department, dass Gefahren unter anderem an von Touristen besuchten Orten und im öffentlichen Verkehr drohen. Bisherige Anschläge hätten unter anderem auf U-Bahnen, Züge, Flugzeuge und Boote abgezielt, hiess es in der Erklärung.

Angesichts der Warnung vor Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida im Nahen Osten und in Nordafrika hat US-Präsident Barack Obama nach Angaben eines Regierungsvertreters «alle geeigneten Schritte» zum Schutz von US-Bürgern angeordnet. Der Präsident werde über «mögliche Bedrohungen» auf der Arabischen Halbinsel auf dem Laufenden gehalten, sagte der Mitarbeiter des Weissen Hauses am Freitag.

21 Botschaften am Sonntag geschlossen

Erst am Donnerstag hatte Aussenamtssprecherin Marie Harf mitgeteilt, dass die USA wegen Sicherheitsrisiken einige ihrer Botschaften und Konsulate am Sonntag schliessen. Das sei als Vorsichtsmassnahme zu verstehen, sagte sie. Die 21 US-Vertretungen könnten aber auch über den Sonntag hinaus geschlossen werden.

Geschlossen bleiben demnach unter anderem die Botschaften in Bagdad, Kabul, Kairo, Kuwait-Stadt, Dubai sowie Tripolis, Algier und Riad. Ebenfalls nicht öffnen werden die US-Vertretungen in Abu Dhabi, Jordanien, Bangaldesch, Sudan, Bahrain sowie im Jemen und Oman.

Der Vorsitzende des Aussenausschusses des US-Repräsentantenhauses, Ed Royce, bestätigte am Freitag, dass auch die Schliessung der US-Vertretungen – vor allem im Nahen Osten und Zentralasien - mit der Bedrohung durch die al-Qaida im Zusammenhang stehen. «Es gab eine Reihe von Drohungen», sagte der republikanische Abgeordnete. «In diesem Fall haben wir einen Schritt unternommen, um unser Personal besser zu beschützen und das sollten wir als Vorsichtsmassnahme auch tun.»

Erhöhte Gefahr um den 11. September

Im vergangenen Jahr hatte das Aussenministerium in Washington eine Sicherheitsnotiz an diplomatische US-Einrichtungen in muslimisch geprägten Ländern geschickt, in der vor möglicher Gewalt rund um den Jahrestag der Anschläge vom 11. September gewarnt wird.

Schliesslich kam es vor Dutzenden Vertretungen zu Protesten gegen ein antiislamisches Schmähvideo eines US-Bürgers. Im libyschen Bengasi wurden Botschafter Christopher Stevens und drei weitere seiner Mitarbeiter getötet, als militante Extremisten das dortige Konsulat stürmten.

AP/AFP/sda/rub/chk

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