US-Spähprogramm soll 50 Terrorpläne durchkreuzt haben

Wie viele Terrorkomplotte wurden durch das US-Überwachungsprogramm aufgedeckt? Der NSA-Chef kündigte an, detailliert darüber zu informieren. Das hat er nun vor einem Ausschuss in Washington getan.

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Die geheimen Überwachungsprogramme für Telefondaten und das Internet haben nach Angaben der US-Geheimdienste dabei geholfen, weltweit rund 50 geplante Terroranschläge in mehr als 20 Staaten zu vereiteln. Verhindert wurde demnach auch ein geplanter Anschlag auf die Börse an der Wall Street in New York, wie der Chef des verantwortlichen Geheimdienstes NSA, Keith Alexander, vor einem Ausschuss des US-Kongresses in Washington sagte.

Die Spähprogramme seien unentbehrlich im Kampf gegen den Terrorismus, betonte er. Dem geplanten Bombenanschlag auf die Börse sei man auf Spur gekommen, als der Geheimdienst einen bekannten Extremisten im Jemen überwacht habe, der einen Kontaktmann in den USA hatte. Die Bundespolizei FBI habe daraufhin mehrere Verdächtige festnehmen können.

Aus einer NSA-Stellungnahme für den Kongress geht zudem hervor, dass die gesammelten Daten nach fünf Jahren gelöscht werden. Zudem sei das Ausmass der tatsächlichen Überprüfungen geringer als öffentlich dargestellt, hiess es. So seien etwa im vergangenen Jahr weniger als 300 Telefonnummern mit der NSA-Datenbank abgeglichen worden.

Facebook, Google oder Microsoft

Internetfirmen wie Facebook, Google oder Microsoft hatten zuletzt in Verhandlungen mit US-Behörden erreicht, dass sie nun zumindest grobe Informationen veröffentlichen dürfen, wie oft Behörden Nutzerdaten anfordern. Demnach hat Facebook im zweiten Halbjahr 2012 zwischen 9000 und 10`000 Behördenanfragen nach Nutzerdaten erhalten.

Apple hat von den US-Sicherheitsbehörden zwischen Dezember und Mai nach eigenen Angaben rund 4000 bis 5000 Auskunftsersuchen erhalten. Die meisten der Anfragen kamen demnach von der Polizei, die in Mordfällen, nach Raubüberfällen oder wegen Vermisstenanzeigen ermittelte. Die Zahl umfasst laut Apple alle Anfragen aller Behörden auf Bundes- oder Regionalebene.

bru/AP

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