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UNO soll Armut bis 2030 stark bekämpfen

Eine Expertengruppe legt die neuen Ziele für die Armutsbekämpfung der Vereinten Nationen fest. Extreme Armut soll es demnach bis in 17 Jahren nicht mehr geben.

Heute lebt eine halbe Milliarde Menschen weniger unter der Armutsgrenze: Grossmutter und Enkelin in ihrem eingestürzten Haus in Nicaragua. (Archivbild)
Heute lebt eine halbe Milliarde Menschen weniger unter der Armutsgrenze: Grossmutter und Enkelin in ihrem eingestürzten Haus in Nicaragua. (Archivbild)
Reuters

In einem Appell an die UNO hat eine Expertengruppe unter Vorsitz von Grossbritannien, Indonesien und Liberia einen Verstärkung des Kampfes gegen die Armut gefordert.

Der britische Premier David Cameron, der indonesische Ministerpräsident Susilo Bambang Yudhoyono und die liberianische Staatschefin Ellen Johnson Sirleaf übergaben UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am Donnerstag einen Zwölfpunkteplan. Darin wird die Beseitigung extremer Armut bis zum Jahr 2030 verlangt.

Die Politiker stehen einem Gremium aus 27 Regierungsmitgliedern und Wirtschaftsführern aus aller Welt vor, das den Plan ausarbeitete. Darin werden neben der Armutsbekämpfung auch eine umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung, die Förderung von Frauen und die Vermeidung von Konflikten angemahnt.

Millenniumsziele der UNO ersetzen

Die Autoren des Plans schlagen unter anderem vor, Agrarsubventionen radikal zu streichen und gegen Steueroasen vorzugehen. Auch soll sichergestellt werden, dass multinationale Konzerne ihre Steuern ordnungsgemäss abführen.

Die formulierten Ziele sollen die Millenniumsziele der Vereinten Nationen ablösen. Diese laufen 2015 aus, ohne vollends erfüllt zu sein. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten viele Länder in den vergangenen Jahren ihre Entwicklungshilfe reduziert.

Die Autoren des Plans weisen jedoch darauf hin, dass die vergangenen 13 Jahren «den schnellsten Rückgang der Armut in der Geschichte der Menschheit» gebracht hätten. Inzwischen würde eine halbe Milliarde Menschen weniger unter der Armutsgrenze von 1,25 Dollar pro Tag leben.

Klimawandel trifft Ärmste am stärksten

Der nun vorgelegte Zwölfpunkteplan soll der UNO-Vollversammlung zur Diskussion übersandt werden, bevor er von den Mitgliedsstaaten angenommen wird. Der Plan will verstärkt den Fokus auf nachhaltige Entwicklung legen, da nach Ansicht der Autoren der Klimawandel und die Umweltzerstörung eine «beispiellose Gefahr für die Menschheit» darstellen.

Die Ärmsten würden davon am härtesten getroffen, warnten die Autoren, die den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius begrenzen wollen. Der Plan nennt zwölf Prioritäten mit insgesamt 54 Einzelzielen.

Neben der Bekämpfung der Armut legen die Autoren den Fokus auf die Herstellung von Gleichheit zwischen Mann und Frau, die Sicherung der grundlegenden Bildung von Kindern, die Reduzierung der Kindersterblichkeit, die Sicherung der Lebensmittelversorgung und die Garantie des allgemeinen Zugangs zu Trinkwasser. Ausserdem sollen dauerhafte Beschäftigung, nachhaltiges Wachstum und eine Verdopplung des Anteils erneuerbarer Energien angestrebt werden.

SDA/chk

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