Zum Hauptinhalt springen

Trumps absurde Reality-Show

Der US-Präsident inszeniert sich als Medienmacher: Mit einer Live-TV-Übertragung zur Ernennung des neuen Richters am Obersten Gerichtshof.

«Gastgeber»: Donald Trump präsentiert Neil Gorsuch. Video: The White House/Tamedia

Die Vergangenheit des US-Präsidenten als Gastgeber einer TV-Show hat Medienmacher am Dienstag zu offenbar unwiderstehlichen Vergleichen während der Nominierung von Neil Gorsuch bewegt. Trump gab zur besten Sendezeit am Abend bekannt, dass der konservative Jurist sein Wunschkandidat für den vakanten Richterposten am Obersten Gerichtshof sei: Rundfunk und Kabelnetzwerke waren präsent, als Trump sein Geheimnis verriet und Gorsuch und seine Frau Louise – auf Wunsch des «Gastgebers» – hervorkamen.

«War das eine Überraschung?», fragte Trump die Zuschauer vor Ort und vor den Fernsehern. Für gewöhnlich werden Nominierungen für den Obersten Gerichtshof nicht zur besten Sendezeit präsentiert. Und für gewöhnlich sind sie auch keine Überraschungen.

Die Wahl des Präsidenten ist den Medien üblicherweise schon vorher bekannt geworden. Anders so während des ganzen Dienstages, als Reportern lediglich die Spekulation blieb, dass die Entscheidung zwischen zwei Kandidaten gefällt werden würde; zwischen dem 49-jährigen Neil Gorsuch aus Colorado und dem Richter Thomas Hardiman aus Pennsylvania.

CNN-Berichterstatter Jim Acosta bewertete das Event als «Reality-TV, das auf den Potomac trifft». Der Fluss grenzt an Washington, D.C. Als ein stundenlang andauerndes Drama bewertete es auch der Kommentator Lester Holt von NBC. Und ABCs George Stephanopoulos sagte, so etwas «haben wir noch nie gesehen».

Die ersten Tage von Präsident Donald Trump im Amt

Am Samstag ist Donald Trump 100 Tage im Amt.
Am Samstag ist Donald Trump 100 Tage im Amt.
Carolyn Kaster, Keystone
Ernster Blick, miese Umfragewerte: Die Unzufriedenheit über die Regierungsarbeit des US-Präsidenten wächst. Donald Trump am 19. März 2017 in Washington D.C.
Ernster Blick, miese Umfragewerte: Die Unzufriedenheit über die Regierungsarbeit des US-Präsidenten wächst. Donald Trump am 19. März 2017 in Washington D.C.
AP Photo/Alex Brandon
Nach Trumps Willen soll Mexiko die gigantische Anlage an der 3200 Kilometer langen Grenze finanzieren. Die mexikanische Regierung lehnt dies jedoch strikt ab: Blick auf den Grenzzaun in Tijuana.
Nach Trumps Willen soll Mexiko die gigantische Anlage an der 3200 Kilometer langen Grenze finanzieren. Die mexikanische Regierung lehnt dies jedoch strikt ab: Blick auf den Grenzzaun in Tijuana.
Guillermo Arias, AFP
1 / 80

Nach seinem viel kritisierten Dekret zum Einreisestopp von Staatsbürgern aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern bot sich für Trump nun zum ersten Mal die Chance, die öffentliche Aufmerksamkeit umzuleiten. Er gestaltete die Nominierung seriös und ernst - und betonte, mit dieser Ankündigung ein Wahlversprechen einzulösen.

Falls der US-Senat die Personalie Gorsuch bestätigt, haben alle neun Richter des Obersten Gerichtshofes entweder in Harvard oder Yale einen Juraabschluss absolviert. «Für diejenigen, die zählen: Harvard sechs, Yale drei», sagte CBS-Moderator Steve Pelley.

DAPD/spu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch