Trump Senior verteidigt seinen Sohn erneut

Der älteste Sohn des US-Präsidenten gerät in der Russland-Affäre immer stärker in Bedrängnis. Republikaner äussern sich diplomatisch, sein Vater verteidigt ihn und der Kreml winkt ab.

Wird von seinem Vater wortkräftig unterstützt: Der Junior neben dem Präsidenten Donald Trump.

Wird von seinem Vater wortkräftig unterstützt: Der Junior neben dem Präsidenten Donald Trump.

(Bild: Keystone)

US-Präsident Donald Trump hat seinen ältesten Sohn Donald Trump Jr. via Twitter gegen Kritik wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin in der Russland-Affäre verteidigt. Sein Sohn habe bei seiner Reaktion einen «guten Job» gemacht und sei «offen, transparent und unschuldig» gewesen, schrieb Trump heute Morgen (Ortszeit). «Das ist die grösste Hexenjagd der politischen Geschichte. Traurig!», fügte er hinzu.

Trump reagierte damit auf die Rechtfertigungen seines Sohnes, nachdem ein Treffen von diesem mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja bekannt geworden war. Trump Jr. veröffentlichte dazu am Dienstag E-Mails, denen zufolge er offenbar begierig darauf gewesen ist, bei dem Treffen im Sommer 2016 Informationen der russischen Regierung zu erhalten, die angeblich schädigend für die damalige Präsidentschaftsrivalin seines Vaters, Hillary Clinton, gewesen sein sollen.

Das sagen Republikaner zur neusten Russland-Enthüllung

Die Republikaner im US-Kongress haben die Vorwürfe gegen den ältesten Sohn von Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre gelassen aufgenommen. «Die Untersuchung im Senat wird vom Geheimdienstauschuss abgewickelt, und ich bin mir sicher, er wird herausfinden, was immer passiert sein mag», sagte der Mehrheitsführer der Republikaner in der Kongresskammer, Mitch McConnell.

Donald Trump Jr. ist in Bedrängnis, weil er im Sommer 2016 einem Treffen mit einer russischen Anwältin zugestimmt hatte, die angeblich direkt von der russischen Regierung stammende, belastende Informationen über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton an ihn weitergeben wollte. Einige Demokraten sehen das als ersten Beweis dafür, dass Trumps Wahlkampfteam sich bei der russischen Beeinflussung der US-Wahl mit Moskau abgesprochen habe.

Offene Fragen, fehlende Details

«Ich denke, das ist überzogen», sagte der führende Republikaner Orrin Hatch über solche Schlussfolgerungen. Donald Trump Jr. sei ein «sehr netter junger Mann» und zudem sei er nicht Teil der US-Regierung. Im Wahlkampf war Trump Jr. ein lautstarker Verfechter seines Vaters gewesen. Nach dessen Wahl blieben er und sein jüngerer Bruder Eric jedoch in New York, um das Familienimperium zu führen.

Mehrere Republikaner betonten, es fehlten noch genauere Details zu dem Fall. «Die E-Mails werfen sicherlich Fragen auf», sagte Senatorin Susan Collins. «Aber wir sehen nur einen Teil des Bildes, deshalb will ich all die anderen Teile einfüllen, bevor ich irgendeine Art von Schlussfolgerung ziehe.»

Auch Senator Roy Blunt warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen, ebenso wie die Nummer zwei der Republikaner im Senat, John Cornyn. «Ich weiss nicht genau, was passiert ist. Ich würde gerne die ganze Geschichte erfahren», sagte er. Es sei wahrscheinlich, dass Trump Jr. vor den Geheimdienstausschuss geladen werde.

Kreml: Keine Verbindungen zu Treffen

Die russische Regierung hat die Kontaktaufnahme zu einem in Moskau ansässigen Immobilienunternehmer und seinen Sohn dementiert, die ein Treffen zwischen Donald Trump Jr. und einer russischen Anwältin arrangiert haben sollen.

Der Kreml habe nicht mit Aras und Emin Agalarow gesprochen und auch keine Verbindungen zu der Anwältin, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Mittwoch in Moskau.

nag/dapd

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