Trump schickt Kriegsschiff in Nahen Osten

Wegen der erhöhten Gefahr eines iranischen Angriffs verstärken die USA ihre militärische Präsenz vor Ort.

Die Abraham-Lincoln-Flugzeugträgerkampfgruppe passiert den Suez-Kanal. (9. Mai 2019)

Die Abraham-Lincoln-Flugzeugträgerkampfgruppe passiert den Suez-Kanal. (9. Mai 2019)

(Bild: US NAVY / Mass Communication Specialist 3rd Class Darion Chanelle Triplett)

Die USA verstärken wegen des Konflikts mit dem Iran ihre Militärpräsenz im Nahen Osten. Wegen der erhöhten Gefahr eines iranischen Angriffs werde ein Kriegsschiff und ein Flugabwehrraketensystem in die Region verlegt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Trump hatte am Donnerstag gesagt, dass ihn die Führung der Islamischen Republik zur Verabredung eines Treffens anrufen solle. Einen Militäreinsatz könne er jedoch angesichts der Spannungen nicht ausschliessen.

Auf einem US-Stützpunkt in Katar trafen inzwischen Langstreckenbomber des Typs B-52 ein, deren Verlegung das US-Militär vor einigen Tagen angekündigt hatte. Zudem ordnete der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan nach Angaben eines Regierungsmitarbeiters an, dass Patriot-Raketen in die Region verlegt werden sollten. Die USA haben auch einen Flugzeugträger-Verband in die Region entsandt.

Warnung vor Attacken auf Frachtschiffe

Die US-Seefahrtsbehörde warnte Frachter und Öltanker vor Attacken des Iran beim Passieren der Seewege im Nahen Osten. Ziele könnten Schiffe der Handelsmarine oder US-Kriegsschiffe im Roten Meer, im Persischen Golf oder in der Meerenge von Bab al-Mandab sein.

Der Iran hatte am Freitag ein Gesprächangebot von US-Präsident Donald Trump abgelehnt. Es werde keine Unterredungen mit den Amerikanern geben, sagte ein Vertreter der einflussreichen Revolutionsgarden der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge. «Unsere Nation (...) betrachtet Amerika als unzuverlässig», führte der für politische Angelegenheiten der Elitetruppe zuständige Vize-Chef, Jadollah Jawani, demnach aus. Die USA sollten es nicht wagen, militärisch gegen den Iran vorzugehen, warnte er.

Iran betrachtet US-Truppen als «Terroristen»

Der Dauerstreit über das Atomprogramm des Iran hatte sich zuletzt wieder verschärft. Genau ein Jahr nach der einseitigen Aufkündigung des internationalen Atomabkommens durch Trump setzte die Teheraner Führung am Mittwoch einige Verpflichtungen der Vereinbarung aus. Trump ordnete neue Sanktionen gegen den Iran an.

Die Revolutionsgarden spielen in dem Konflikt mit den USA eine zentrale Rolle: Nachdem Trump die Elite-Truppe des regulären iranischen Militärs als Terrororganisation eingestuft hatte, betrachtet der Iran nun alle US-Truppen im Nahen Osten offiziell als Terroristen. In den USA werden Angriffe auf die in der Region stationierten Soldaten befürchtet.

sep/AFP

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