Zum Hauptinhalt springen

Times-Square-Bomber wäre fast entkommen

Durch eine Fahndungspanne und einen Fehler bei der Fluggesellschaft Emirates wäre Faisal Shahzad der Polizei fast entwischt. Nun wird untersucht, wie er an Bord kommen konnte.

Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf  Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Heroische Darstellung: Faizal Shahzad lässt sich auf Al-Arabiya TV als Märtyrer feiern.
Keystone
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Wütender Auftritt: Faizal Shahzad drohte vor Gericht offen mit Krieg.
Keystone
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Mit solchen Weckern wurden die Bomben gezündet.
Reuters
1 / 7

Nach Angaben der «New York Times» hatten die Ermittler die Spur des bereits identifizierten Faisal Shahzad für einige Zeit verloren. Unklar ist derzeit noch, für wie lange. Inzwischen wurde der Mann wegen mehrfacher Verbrechen angeklagt: unter anderem wegen Terrorismus und des versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe.

Noch nicht geklärt ist zudem, wie der 30-Jährige überhaupt an Bord des Flugzeugs kommen konnte, obwohl schon nach ihm gefahndet wurde. Danach befragt, ob die Fluggesellschaft Emirates dafür verantwortlich sei, dass sich Faisal Shahzad bei seiner Festnahme an Bord eines Flugzeugs befand, sagte Präsidentensprecher Robert Gibbs am Dienstag (Ortszeit), dies sei Gegenstand einer «aktuellen Untersuchung».

Terror-Ausbildung in Pakistan

Shahzad war von den FBI-Beamten kurz vor Mitternacht in der Nacht zum Dienstag aus dem Flugzeug geholt worden. Die Ermittler selbst sprachen von einem Zugriff in buchstäblich letzter Minute. Im Verhör gestand der Pakistaner, der seit dem vergangenen Jahr die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, die Tat. Er gab ausserdem zu, in Pakistan eine Sprengstoffausbildung erhalten zu haben.

Ein Polizist hatte am Samstagabend (Ortszeit) nach dem Hinweis eines Strassenhändlers mitten auf dem Times Square einen Geländewagen entdeckt, in dem ein Karton qualmte. Die Polizei räumte den Platz, auf dem es stets von Menschen wimmelt, und liess den Wagen von Bombenexperten untersuchen. Die Spezialisten fanden einen Sprengsatz aus Propangasflaschen und Benzinkanistern, der jedoch nicht explodiert war. Der Platz wurde stundenlang gesperrt, Menschen kamen nicht zu Schaden.

«Es war klar ein Terrorangriff»

«Wir haben von ihm nützliche Informationen bekommen», sagte US- Justizminister Eric Holder am Dienstag. «Es war klar ein Terrorangriff, um Amerikaner zu töten. An einem der belebtesten Plätze sollten so viele unschuldige Touristen und Theaterbesucher wie mögliche ermordet werden», sagte Holder, «er wollte Tod und Zerstörung in das Herz Manhattans bringen.»

In dem am Flughafen geparkten Auto des Terrorverdächtigen fand die Polizei eine Pistole und Munition. Der 30-Jährige beteuerte im Verhör, allein gehandelt zu haben. Shahzad war am 3. Juli vergangenen Jahres nach Karachi und am 3. August zurück in die USA geflogen.

Mehrere Verhaftungen in Pakistan

In Pakistan hat die Polizei nach dem Anschlagsversuch mindestens drei Menschen festgenommen oder verhört. Als Hauptverdächtiger gilt der Schwager Shahzads, wie die pakistanischen Behörden mitteilten. Zudem seien seine in Karachi lebende Mutter und der Schwiegervater verhört worden.

In Karachi leben nach pakistanischen Angaben auch die Frau und die beiden Kinder Shahzads. Kurz vor ihrer Festnahme hatte die Mutter Shahzads Reportern berichtet, dass ihr Sohn bei einem Besuch im Sommer 2009 zusammen mit einem Freund in den Nordwesten Pakistans gereist sei. Die Region gilt als Hochburg islamischer Rebellen und als Rückzugsgebiet der Taliban aus dem benachbarten Afghanistan.

SDA/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch