Streit unter Juden wegen Mega-Moschee beim Ground Zero

Die umstrittene Moschee beim Ground Zero kann gebaut werden. Während die jüdische Anti Defamation League das Vorhaben verhindern wollte, setzten sich liberale Juden für die Muslime ein.

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Monica Fahmy@fahmy07

Die letzte Hürde zum Bau der umstrittenen Moschee beim Ground Zero scheint genommen. Die Denkmalschutzbehörde in New York hat den Abriss des ehemaligen Burlington Coat Factory Gebäudes am Park Place genehmigt. Anstelle des 152-jährigen, einem italienischen Renaissance-Palazzo nachempfundenen Baus wird dort bald ein 13-stöckiges islamisches Kulturzentrum stehen, mit Moschee, Pool, Restaurant und Kongressräumen. Gegen den Bau der Moschee hatten Konservative in den ganzen USA mobilgemacht.

An vorderster Front versuchte die jüdische Anti Defamation League (ADL) das Bauvorhaben zu verhindern. Die ADL bezeichnet sich selber als die «erste Bürgerrechte- und Human-Relations-Agentur der Nation» und will «jegliche Form von Bigotterie bekämpfen». In der «New York Times» hatte ADL-Direktor Abraham Foxman gefordert, die Moschee solle weiter weg errichtet werden, denn der gegenwärtige Ort beleidige die Angehörigen der Opfer von 9/11.

Paul Krugman kritisiert Anti Defamation League

Dies rief wiederum liberale Juden auf den Plan. Er schreibe in seinem Blog normalerweise über anderes, liess sich der renommierte Ökonom Paul Krugman ebenfalls in der «New York Times» vernehmen, aber das Statement der ADL sei «wirklich schockierend». Die «Bigotterie» mit der Muslime attackiert würden, sei «unfair und falsch».

Terroristen suchten ja gerade den Krieg der Kulturen, schreibt der Kolumnist Jeffrey Goldberg des Politmagazins «The Atlantic» und wenn «wir als Gesellschaft gutgläubige Muslime bestrafen, dann werden sie auf die andere Seite wechseln. Ich bin enttäuscht, dass die ADL das nicht begreift.»

Die jüdische Lobbygruppe J Street sammelte innert kürzester Zeit über 10'000 Unterschriften für den Bau der Moschee. Unterstützung erhielten die Muslime auch vom American Jewish Committee und dem Jewish Community Relations Council, wobei letztere zwei Gruppen gleichzeitig Bedenken wegen möglicher Terrorismusfinanzierung äusserten.

baz.ch/Newsnet

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