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Strauss-Kahn weist Vorwurf zurück

Der Anwalt von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat zum Vorwurf gegen seinen Mandanten Stellung genommen. Noch heute wird mit der Anklageerhebung gerechnet.

Kann wieder lachen: Strauss-Kahn als freier Mann auf den Strassen New Yorks. (25. August 2011)
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Reuters
Feierte seine Entlassung aus dem Hausarrest: Dominique Strauss-Kahn verlässt das Restaurant Scalinatella in Manhatten. (1. Juli 2011)
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Reuters
Wie im Film: Die Crime Scene Unit ermittelt im Hotel. (15. Mai 2011)
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Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat nach seiner Festnahme in New York wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe alle Anschuldigungen zurückgewiesen. Strauss-Kahn werde auf nicht schuldig plädieren, sagte sein Anwalt Benjamin Brafman der Nachrichtenagentur AP. Mit der Anklageerhebung werde noch heute gerechnet. Die ihm vorgeworfenen Delikte können in den USA mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Nach der Festnahme Strauss-Kahns am Samstag in New York herrschte zunächst meist nur Fassungslosigkeit. Selbst politische Konkurrenten in Frankreich, wo Strauss-Kahn als möglicher Präsidentschaftskandidat der Sozialisten galt, reagierten ungläubig auf die Vorwürfe. Der IWF verwies alle Anfragen an Strauss-Kahns Anwalt. Die internationale Finanzbehörde sei weiter voll handlungsfähig, hiess es.

Die Frau von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist derweil von der Unschuld ihres Mannes überzeugt. «Ich glaube keine Sekunde lang den Anschuldigungen, die gegen meinen Mann erhoben werden», hiess es in einer am Sonntag in Paris von Strauss-Kahns Ehefrau Anne Sinclair veröffentlichten Erklärung. «Ich zweifele nicht daran, dass sich seine Schuldlosigkeit erweisen wird.» Sinclair rief zur Zurückhaltung im Zusammenhang mit den Vorwürfen auf.

Auf dem Flughafen festgenommen

Strauss-Kahn war auf dem Weg nach Europa, wo er die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen sollte, um mit ihr über die Schuldenkrise Griechenlands zu sprechen. Am Montag und Dienstag war er auch in Brüssel erwartet worden, wo die EU-Finanzminister das Rettungspaket für Portugal beschliessen wollen. Der IWF steuert ein Drittel des Milliarden-Rettungspakets für Griechenland bei; Strauss-Kahns geplante Gespräche in Berlin und Brüssel galten als Indiz für den Ernst der Lage um das vom Staatsbankrott bedrohte Land.

Nach Angaben der Polizei in New York wurde Strauss-Kahn am Samstagabend auf dem Flughafen John F. Kennedy kurz vor dem Start einer Air-France-Maschine nach Paris von Beamten aus der ersten Klasse geholt und festgenommen. Der 62-Jährige soll sich nach Aussage eines 32-jähriges Zimmermädchens in seiner Hotelsuite nackt auf diese gestürzt und sie zum Oralsex gezwungen haben.

Strauss-Kahn habe einen Rechtsanwalt hinzugezogen und gegenüber der Polizei zunächst keine Erklärung abgegeben, sagte Polizeisprecher Paul Browne. «Er wird festgenommen wegen strafbarer sexueller Handlung, versuchter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung», sagte Browne.

Offenbar überhastete Abreise

Das Dienstmädchen sagte der Polizei zufolge aus, sie habe gegen 13.00 Uhr Ortszeit die grosse Suite des IWF-Chefs betreten, weil sie zum Saubermachen gerufen worden sei. Strauss-Kahn sei nackt aus dem Badezimmer gekommen, habe sie durch eine Flur verfolgt und in ein Schlafzimmer gezogen. Dort habe er sie sexuell bedrängt. Sie habe sich ihm entwunden, worauf er sie in ein Badezimmer gezerrt und zum Oralsex gezwungen habe. Dabei habe er versucht, ihr die Unterwäsche auszuziehen. Der Frau sei es wieder gelungen, freizukommen und aus der Suite zu fliehen, die 3.000 Dollar die Nacht kostet. Sie habe Kollegen von dem Vorfall berichtet und diese hätten die Polizei alarmiert.

Die Beamten seien kurz darauf in dem Hotel eingetroffen, Strauss-Kahn sei aber bereits weg gewesen, sagte der Sprecher der New Yorker Polizei, Paul Browne. Der IWF-Chef habe sein Handy und andere persönliche Dinge im Zimmer zurückgelassen. «Es sah so aus, als ob er es eilig hatte», sagte Browne. Die Polizei habe erfahren, dass Strauss-Kahn am John-F.-Kennedy-Flughafen sei und habe die dortige Behörde alarmiert. Die habe Strauss-Kahn aus dem Flugzeug holen lassen. Das Dienstmädchen wurde von der Polizei in ein Krankenhaus gebracht.

dapd/jak

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