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Spannung und Unsicherheit in Kolumbien

Was noch vor kurzem undenkbar schien, könnte am Sonntag eintreten: die Abwahl von Präsident Juan Manuel Santos. Damit wäre der Friedensvertrag mit der Farc-Guerilla akut gefährdet.

Er stellt sich als Garant für den Frieden dar: Kolumbiens Noch-Präsident Juan Manuel Santos. Foto: Jorge Silva (Reuters)
Er stellt sich als Garant für den Frieden dar: Kolumbiens Noch-Präsident Juan Manuel Santos. Foto: Jorge Silva (Reuters)

Seit 1985 sind in Lateinamerika nur gerade zwei Präsidenten, die sich um eine erneute Amtszeit bewarben, abgewählt worden: Daniel Ortega 1990 in Nicaragua und Hipólito Mejía 2004 in der Dominikanischen Republik. Die Bevölkerung ist fast immer bereit, einen Regierungschef zu bestätigen, weil dieser den staatlichen Propagandaapparat und öffentliche Mittel einsetzten kann, um seine Popularität zu steigern. Dem seit 2010 regierenden kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos droht nun am Sonntag das seltene Schicksal, sein Amt zu verlieren. Die letzten Umfragen sind widersprüchlich, sehen einige doch den rechtskonservativen Herausforderer Óscar Iván Zuluaga mit fast 10 Prozent im Vorsprung, während andere einen knappen Sieg des Präsidenten prophezeien. Beim ersten Wahlgang hatte Zuluaga überraschend 3,6 Prozent mehr Stimmen erhalten als Santos.

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