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Soldaten töten Chef der Farc-Rebellen

Die kolumbianische Armee meldet die Tötung von Alfonso Cano. Der Chef der Farc-Rebellen hatte das Amt seit 2008 inne. Die Ermordung ist ein weiterer Schlag gegen die zuletzt arg gebeutelte Rebellenorganisation.

Führte die Revolutionären Streitkräfte in Kolumbien an: Guillermo León Sáenz Vargas alias Alfonso Cano auf einem Bild aus dem Jahr 2000.
Führte die Revolutionären Streitkräfte in Kolumbien an: Guillermo León Sáenz Vargas alias Alfonso Cano auf einem Bild aus dem Jahr 2000.
Keystone

Der Chef der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) ist tot. Guillermo León Sáenz Vargas alias Alfonso Cano ist nach Regierungsangaben bei einem Armeeeinsatz gegen die linksgerichtete Farc-Guerilla von kolumbianischen Soldaten getötet worden.

Präsident Juan Manuel Santos bestätigte den Tod Canos offiziell. In einer Erklärung sprach er heute vom «härtesten Schlag» gegen die Rebellen in ihrer Geschichte. Santos forderte die Guerillagruppe auf, ihre Kämpfer zu entwaffnen. Die Regierung werde nicht locker lassen, bis die Kolumbianer in Frieden leben könnten.

Der 63-jährige Cano war am Freitag bei einem Armeeeinsatz im Südwesten des Landes getötet worden. Laut einem Sicherheitsvertreter habe das Militär eine Standardoperation in der Provinz Cauca ausgeführt - erst einen Bombenangriff, dann hätten Bodentruppen übernommen.

Vor dem Präsidenten hatten bereits der örtliche Gouverneur sowie Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón Canos Tod bestätigt. Auf den Farc-Führer war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Viele Führungsmitglieder schon tot

Cano war ein Intellektueller aus Bogotá und hatte das Kommando der Farc2008 übernommen, nachdem ihr langjähriger Chef, Farc-Gründer Manuel Marulanda, im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben war. Bis dahin war er der Chefideologe der Rebellen gewesen.

Wenige Wochen vor Marulandas Tod war bereits sein Stellvertreter Raúl Reyes bei einem Angriff des kolumbianischen Militärs auf ein Farc-Lager im Nachbarland Ecuador getötet worden. Aus Protest hatte Ecuador damals die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen.

Mit der Tötung von Farc-Militärchef Jorge Briceño Suarez alias «Mono Jojoy» war der kolumbianischen Armee im September 2010 ein weiterer Schlag gegen die zuletzt geschwächte Farc gelungen.

Noch 9000 Mitglieder

Canos Tod bedeutet laut Experten aber noch lange nicht das Ende der kommunistisch ausgerichteten Gruppe, die seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

Immer wieder bringt die Farc auch Menschen in ihre Gewalt. Die prominenteste Farc-Geisel war die Politikerin Ingrid Betancourt. Die Franko-Kolumbianerin war 2002 entführt und Mitte 2008 nach sechseinhalb Jahren freigelassen worden.

«Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der Farc», sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztlich erfolglose Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte.

Es solle aber bloss keiner glauben, dass Canos Tod das Ende der Farc sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon. Ricardo sagte, der nächste Farc-Anführer könnte Ivan Marquez oder Timochenko vom Farc- Sekretariat sein.

AFP/mrs

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