So friedlich sah Manhattan ohne Strom aus

Einen Abend lang gab es keine Elektrizität. Die New Yorker blieben cool – es gab keine Plünderungen und keine Verletzten.

Im New Yorker Stadtteil Midtown ging die Sonne während des Stromausfalls hinter dunklen Hochhäusern unter. Bild: Brendan McDermid/Reuters

Im New Yorker Stadtteil Midtown ging die Sonne während des Stromausfalls hinter dunklen Hochhäusern unter. Bild: Brendan McDermid/Reuters

Mehr als 70'000 Menschen waren am Samstagabend in Manhattan und Midtown von einem Stromausfall betroffen. Time berichtet, in mehr als 30 Blocks habe es keinen Strom mehr gegeben. Nach gut drei Stunden kam die Elektrizität zurück. Je nach Gegend erlosch der Strom zwischen 19 Uhr und Mitternacht.

Die New Yorker blieben cool. Bild: Johannes Eisele/AFP

Wie es zu dem Blackout kam? Die Feuerwehr nannte als Ursache einen Transformatorbrand, der Chef des Stromanbieters Con Edison sprach von einem Problem in einem Umspannwerk.

Der Blackout betraf einen grossen Teil der Upper West Side und Midtown. Bild: Scott Heins/Getty Images

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo zeigte sich empört über den Ausfall. Er kritisierte, der Vorfall habe die öffentliche Sicherheit gefährdet und Chaos in der Stadt riskiert. Auch wenn es als Folge des Blackouts keine Verletzten gegeben habe, «einen Stromausfall in diesem Ausmass darf man in dieser Stadt nicht haben». Daher werde es eine Untersuchung durch die Behörde für öffentliche Dienste geben.

Fährt auch ohne Strom: Eine Pferdekutsche auf der 7th Avenue. Bild: Timothy A. Clary/AFP

Die U-Bahnen fuhren nicht mehr, die Stationen blieben menschenleer. Auch im Rockefeller Center, einem zentral gelegenen Gebäudekomplex in Manhattan, und im Viertel Upper West Side fiel der Strom aus. Lifte standen still und Ampeln fielen aus, wie örtliche Medien berichteten.

Keine Lichtverschmutzung: Schwarze Hochhäuser. Bild: Johannes Eisele/AFP

Mehrere Shows auf dem Broadway mussten abgesagt werden, mehrere Künstler boten spontane Auftritte auf dem Gehweg vor dem Eingang. Ein Konzert in der Carnegie Hall wurde abgebrochen, der Saal wurde geräumt, später setzten die Sänger ihre Darbietung vor dem Publikum vor dem Gebäude fort.

Das Konzert geht auf der Strasse weiter: Menschen feiern auf der 6th Avenue. Bild: Timothy A. Clary/AFP

Viele Geschäfte schlossen nach Medienberichten früher als sonst. Andere wiederum, wie Bars und Restaurants, hielten den Betrieb trotz Dunkelheit aufrecht.

Wohl dem, der am Abend noch genug Akku hatte: Menschen auf den Strassen blicken auf ihre Smartphones. Bild: Timothy A. Clary/AFP

Ein Stromausfall ist ein demokratischer Vorgang: Auch die schicke Gegend der Upper West Side mit ihren imposanten Gebäuden war betroffen.

Auch die Gutbetuchten sassen im Dunklen. Bild: Alan Reeves/AP

Ironischerweise ereignete sich der Stromausfall ausgerechnet am Jahrestag des «Blackout» von 1977, bei dem mitten in der Wirtschaftskrise praktisch die gesamte Stadt lahmgelegt worden war. Damals war es zu Plünderungen und Vandalismus in mehr als tausend Geschäften gekommen. Die Polizei verhaftete hunderte Menschen. Nach 25 Stunden war die Stromversorgung wiederhergestellt. Zwei weitere massive Stromausfälle ereigneten sich in New York in den Jahren 1965 und 2003.

In der Stadt blieb es diesmal weitgehend friedlich. Noch am selben Abend kam das Licht zurück - wie hier an der Radio City Music Hall auf der 6th Avenue.

Gegen 22 Uhr Ortszeit leuchtete New York wieder wie gewohnt. Bild: Timothy A. Clary/AFP

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