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Bon Jovi serviert Gratis-Essen, Bush bringt Pizza

Die Haushaltssperre hat in den USA mehrere Hilfsaktionen hervorgerufen – nicht nur kulinarischer Art.

Rief zu Spenden für die Staatsbediensteten auf: CNN-Moderator Victor Blackwell.
Rief zu Spenden für die Staatsbediensteten auf: CNN-Moderator Victor Blackwell.
Screenshot CNN
Bon Jovi spendet Essen: In Red Bank, im US-Bundesstaat New Jersey, dürfen Staatsbeamte und ihre Familienangehörigen im Restaurant JBJ Soul Kitchen am Mittwoch gratis zu Mittag essen.
Bon Jovi spendet Essen: In Red Bank, im US-Bundesstaat New Jersey, dürfen Staatsbeamte und ihre Familienangehörigen im Restaurant JBJ Soul Kitchen am Mittwoch gratis zu Mittag essen.
Wayne Parry, Keystone
Ins Leben gerufen hatte die Suppenküche Gangsterboss Al Capone. Er wollte damit seinen schlechten Ruf aufpolieren.
Ins Leben gerufen hatte die Suppenküche Gangsterboss Al Capone. Er wollte damit seinen schlechten Ruf aufpolieren.
Keystone
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Rund 800'000 Bedienstete sind in den USA von der Haushaltssperre, die seit dem 22. Dezember andauert, betroffen. Wegen des längsten Shutdowns in der Geschichte des Landes können viele Staatsangestellte ihre Rechnungen oder Kredite nicht bezahlen.

Da kommt Hilfe gerade recht: CNN-Moderator Victor Blackwell schilderte seinen Zuschauern, dass die Staatsbediensteten zunehmend verzweifelt seien: «Sie verkaufen ihre Hochzeitsringe, um die Miete zu bezahlen. Sie müssen entscheiden, ob sie Medizin kaufen oder ihre Stromrechnung bezahlen. Das sind arbeitende Menschen. Sie arbeiten für uns.» Blackwell startete kurz entschlossen einen Spendenaufruf. Zahlreiche Twitter-Nutzer folgten seiner Aufforderung.

Auch der US-Sänger Bon Jovi unterstützt die Betroffenen. Gemeinsam mit seiner Frau Dorothea bietet er Angestellten der lokalen Ämter und deren Familien in der Stadt Red Bank im US-Bundesstaat New Jersey in seinem Restaurant JBJ Soul Kitchen kostenlose Mahlzeiten an.

Bei Bon Jovis Restaurant handelt es sich allerdings ohnehin um ein Charity-Restaurant. Es funktioniert nach dem Prinzip «Jeder zahlt so viel, wie er kann». Zudem können Restaurantbesucher auch das Essen für andere Gäste zu bezahlen.

Dem Beispiel Bon Jovis folgen Dutzende Restaurants im ganzen Land. Tafeln schiessen wie Pilze aus dem Boden und richten sich an die Betroffenen.

Bush bringt Pizza

Als Spender trat auch Ex-Präsident George W. Bush in Erscheinung. Auf einem Instagram-Bild ist zu sehen, wie er seinem Sicherheitspersonal Pizzen überreicht. Denn auch der Secret Service, der auch ehemalige US-Präsidenten weiter beschützt, gehört zu den derzeit nicht entlöhnten Staatsangestellten.

Bush forderte zudem die Anführer der Republikaner und Demokraten dazu auf, die politischen Spielchen ruhen zu lassen und sich zusammenzuraufen, um den Shutdown zu beenden.

Al Capones Suppen

Geben hat in den USA Tradition und gehört zum guten Ton. So hat US-Präsident Trump, der die Demokraten für die Haushaltssperre verantwortlich macht, für ein Nachwuchs-Football-Team Fast Food bestellt und hervorgehoben, dass er es bezahlt habe. Auf silbernen Tabletts wurden im Weissen Haus unter anderem Hamburger von Schnellrestaurant-Ketten serviert. Von der Haushaltssperre sind eben auch Mitarbeiter des Weissen Hauses betroffen.

Mit dem kleinstmöglichen Nenner als Grundlage für Trumps Fast-Food-Spende: Al Capone, der wohl berühmteste Gangsterboss der amerikanischen Geschichte, rief während der Weltwirtschaftskrise vor 90 Jahren die erste Suppenküche für Arme in den USA ins Leben. Der Pate von Chicago gab dafür täglich 2500 Dollar aus. So wollte er sein angekratztes öffentliches Image aufpolieren. Ausserdem soll er bei Gangster-Schiessereien auf den Strassen zufällig verletzten Passanten die Arztrechnung bezahlt haben.

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